AMANDA KNOX "Engel mit den Eisaugen"

Dieses Thema im Forum "Politik, Gesellschaft & Wirtschaft" wurde erstellt von ilkius2000, 04.10.11.

  1. ilkius2000

    ilkius2000

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    Was haltet ihr von dieser Story????

    Mich interessiert es,wie andere Menschen über das Urteil "FREISPRUCH" denken...

    Ich habe darauf gehofft,obwohl ich dieses Mädel und ihren EX-Freund,welcher Mitangeklagter war,und ebenfalls freigesprochen wurde,nicht persönlich kenne,und somit auch nicht sagen oder glauben kann,was das für Menschen sind,bzw wie die beiden "ticken"...

    Aber es gibt anscheinend noch so etwas wie "GERECHTIGKEIT" auf dieser Welt,nicht so wie im Fall "TROY DAVIS"...

    Denn in diesem Fall wurde auf einen Freispruch entschieden,weil es nunmal keinerlei 100 % ige Beweise gibt......

    An diesem Urteil sollten sich die USA mal orientieren....

    Nicht immer nur schnell wegsperren und gut ist.........:eek:
     
  2. simpsons3

    simpsons3 Gast

    Wollen wir hier die gleiche Thematik nochmal diskutieren?
    Ich schlage vor, die Diskussion in den Thread über den Fall Troy Davis oder in den Todesstrafe-Thread zu verschieben.
     
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 04.10.11
  3. spock

    spock

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    Passt eher zu Troy.

    Zumal da eh nix mehr zum Thema kommt.
     
  4. ilkius2000

    ilkius2000

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    jepp,und sowas kommt nur von dir ;)

    :grepolis:

    Wenn du nicht weisst,was du schreiben sollst,dann lass es einfach bleiben.

    Das Thema hat mit dem anderen ÜBERHAUBT nichts zu tun.........

    Mal Zeitung lesen und die Medien verfolgen,anstatt den ganzen Tag vorm Rechner zu sitzen........:p
     
  5. Jigelp

    Jigelp

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    ...oder zumindest dann auch verschieben.
    Dass es jetzt Freisprüche gab, ist einerseits natürlich gut, weil es keine sicheren Beweise gibt, aber andererseits hat das ganze einen fiesen Beigeschmack, wenn Verunreinigungen dafür verantwortlich sind. Das hätte man besser vermieden, so ist es peinlich für die Ermittler.
     
  6. Hallo ilkius2000,
    da es sich um einen reinen Indizienprozeß handelte, bedurfte es auch keiner Beweise, sonst wäre es ein Beweisprozeß. Und ein guter Indizienprozeß schafft allemal eine bessere Klarheit, als ein Beweisprozeß, aber das nur am Rande.
    Am Ende fehlte dem Berufungsgericht wohl lediglich die Überzeugung, das es sich tatsächlich nur bei dieser Dame um die Täterin handeln kann und somit griff schlicht der alte Rechtsgrundsatz "in dubio pro reo".
    Ob das nun gerecht ist oder etwa mit Gerechtigkeit in Verbindung steht, das ist eine andere Ebene, nicht die des Rechts.

    Gruß
    Lofotenmann
     
  7. spock

    spock

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    Bei beiden wurde ein Schuldspruch gefällt weil eines verlangt wurde, völlig egal ob derjenige auch wirklich schuldig ist.

    Es war nicht das erste fragwürdige Urteil und es wird nicht das letzte sein, deswegen muss man aber nicht wegen jedem Urteil ein Thema aufmachen.

    Und ich lese mehr als nur die Zeitung mit den 4 Buchstaben. :mad:
     
  8. simpsons3

    simpsons3 Gast

    Doch, irgendwie hat es extrem viel mit meinen beiden Threadvorschlägen zu tun.

    Du bist dir darüber im Klaren, dass ein Indiz nicht viel aussagt?

    Beispiel: Ein Mann (A1) wird in seinem Büro, in dem auch ein Kollege (A2) sitzt, nach seiner Arbeitszeit erschlagen. Die Tatwaffe war ein schwerer Locher (oder was auch immer so im Büro rumsteht, womit man jemanden umbringen kann), der von beiden Angestellten gleichermaßen benutzt wird. Auf dem Locher finden sich nur Fingerabdrücke von den beiden Bürohengsten. Natürlich ist das ein Indiz für die Schuld von A2, aber im Leben kein Beweis, die Fingerabdrücke könnten auch während dem Berufsleben darauf gekommen sein und der Täter hat Handschuhe getragen.
     
  9. KieTH

    KieTH Gast

    war die putzfrau hat als einzige handschue getragen damit absolut schuldig

    oder haben die noch einen gärtner da
     
  10. simpsons3

    simpsons3 Gast

    Es kann immer noch A2 gewesen sein.

    Btw: Bei der Putzfrau wären vermutlich Putzmittelreste drangewesen. Aber die können auch dran sein, weil die Putzfrau mal die Schreibtische abgewischt hat. Ich seh schon: Ohne BEWEISE kommen wir hier nicht weiter, mit Indizien kann man alles und jeden verurteilen. Vielleicht wars ja der Chef, ein leidenschaftlicher Golfer, der Golfhandschuhe an hatte?
     
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 05.10.11

  11. Hallo simpsons3,
    ich bin mir durchaus im Klaren darüber, was ein Indiz aussagt und vorallem, was der Unterschied zwischen Beweis und Indiz ist. Und die Situation, die du als Fallbeispiel beschreibst ist recht einfach zu lösen, es käme zu keiner Verurteilung, weil ein Prozeß bei der Sachlage durch kein (deutsches) Gericht zugelassen werden würde. Es handelt sich bei den Fingerabdrücken auch nicht wirklich um ein belastbares Indiz, dazu gehört einfach ein wenig mehr.

    Gruß
    Lofotenmann
     
  12. Cancelot

    Cancelot

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    Mich würde aber auch interessieren, wie du zwischen "Indiz" und "Beweis" unterscheidest, und warum ein Indizienprozess eher zur Wahrheitsfindung dient als ein Beweisprozess. Auf den ersten Blick sind doch "Indizien" und "Beweise" keine sprachlich gleichrangige, vergleichbare Begriffe.

    ich kenne auch den Ausdruck "Indizienbeweis" im Gegensatz zu einem "Beweis durch Augenzeugen". Da schien mir natürlich auch ein Indizienbeweis z.B. durch DNA Spuren sehr viel verläßlicher als eine Zeugenaussage.
     

  13. Hallo Cancelot,
    der Unterschied ist, mit einem Beweisprozeß weise ich einer Person eine Tatbeteiligung nach, mit einem Indizienprozeß weise ich nach, das keine andere Person beteiligt gewesen sein kann, sie also alles nur auf diese eine Person bezieht (gerne auch mehrere). Das ist der Vorteil des Indizienprozesses, er schließt weitere Tatbeteiligte im Regelfall aus.
    Ein Indiz ist also ein indirekter Beteiligungsbeleg für eine oder mehrere Personen, z.B. es befinden sich Gegenstände am Tatort, die nur einer Person gehören, der zugehörige Beweis wäre aber, das ein Zeuge die Person am Tatort gesehen hat. Letzteres schließt aber nicht aus, das weitere Personen am Tatort waren, bei ersterem fehlen natürlich auch noch viele weitere Teile, bis sich eine lückenlose Indizienkette ergibt.
    Der Begriff des Indizienbeweises wird eher in den Zivilprozessen verwandt, eines oder mehrere Indizien müssen so kausal zusammenhängen, das sie als Beweis für einen Tatbeteiligung ausreichen. Hier müssen dann die Indizien voll belegbar sein und dürfen keinen Deut von Zweifel lassen.
     
  14. Cancelot

    Cancelot

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    ok, soweit verstanden. Wie eliminiert man regelmäßig den "großen Unbekannten" in einem Indizienprozess mit der gebotenen Sicherheit?

    natürlich kann man phantasievolle Szenarien für Krimis entwickeln, in denen aus irgendwelchen Besonderheiten des Tatorts zwingend hervorgeht, dass kein unbekannter Dritter beteiligt sein kann.
    Im praktischen Ermittlungsalltag stelle ich mir das jedoch sehr schwierig vor.
    Aus Nichts sollte man auch bei der Polizei nicht viel schließen können.
     
  15. Hallo Cancelot,
    eine sehr gut und verständliche Frage, aber deren Beantwortung verweigere ich schlichtweg, nur soviel, es geht. Und sollte tatsächlich die Gefahr bestehen, das es einen "großen Unbekannten" gibt, dann kommt es bei einem reinen Indizienprozeß auch nicht zu einer Verurteilung wegen einer begangenen Straftat, sondern zu einem Freispruch wegen nicht hinreichender Überzeugung des Gerichts von der Täterschaft.

    Gruß
    Lofotenmann
     
  16. Cancelot

    Cancelot

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    schade, aber verständlich.
     
  17. simpsons3

    simpsons3 Gast

    Ein Indiz, dass keinen Zweifel lässt, definiere ich als Beweis. :D
     
  18. Cancelot

    Cancelot

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    ne, hier ist der Plural von Bedeutung! Eine Kette von IndizIEN gilt als Beweis, wenn sie (Die Indizienkette) keinen Zweifel mehr zuläßt, nicht das einzelne Element.
     

  19. Hallo simpsons3,
    das darfst du ja auch gerne für dich so definieren, der Jurist macht es eben etwas anders und schon paßt es ins Gesamtgefüge. ;)
     
  20. simpsons3

    simpsons3 Gast

    Ergo ist die Kette von Indizien der Beweis. Es macht also keinen Unterschied, ob jemand in einem IndizIENprozess verurteilt wird, denn diese Kette kommt einem Beweis gleich.

    Die Sache ist: Wann ist diese Kette so sicher, dass sie als Beweis gilt? Vielleicht findet man den Pass eines Verdächtigen am Tatort. Vielleicht hat der Verdächtige ihn aber auch nur dort verloren.
    Vielleicht lässt sich nachweisen, dass der Pass nach der Tat noch benutzt wurde Vielleicht war der Verdächtige aber auch nach der Tat am Tatort und hat (zumindest bei einer gut versteckten Leiche, zum Beispiel im Wald unter Laub begraben) nichts von der Tat gemerkt.
    Vielleicht findet man Haare des Verdächtigen an der Kleidung des Opfers. Vielleicht hat der wahre Täter aber auch einfach eine falsche Fährte legen wollen.
     

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