Flüchtlingsproblematik

Dieses Thema im Forum "Politik, Gesellschaft & Wirtschaft" wurde erstellt von Jagre, 06.09.15.

  1. Boss2k11

    Boss2k11

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    Hast du dich über den Fall Bundespolizei in Saudi-Arabien informiert? Anscheinend nicht sonst würdest du nicht weiterhin solche naiven Sachen schreiben und naiven Ansichten vertreten. Die Bundespolizei in Saudi-Arabien erhält z. B. weiterhin das Grundgehalt von Deutschland bezahlt. Das ist eine enge und üble Vernetzung zwischen deutscher Exekutive, privaten Konzernen und wirtschaftspolitischen und auch individuellen Interessen der Beteiligten.

    http://www.welt.de/politik/deutschl...deutsche-Polizisten-Saudi-Arabien-dienen.html

    Außerdem vermittelt die Bundesregierung auch Rüstungsdeals bzw. verkauft Waffen aus ihren Beständen. Natürlich kann man das alles ausblenden, das machen die Politiker schließlich selber auch! Oft vergessen Politiker auch dass sie wie z. B. Herr Schäuble 100.000 DM in Bar von einem Waffenhändler bekommen haben und es fällt ihnen erst ein wenn sie damit nachhaltig und hartnäckig konfrontiert werden, aber so lange man das Vertrauen von der Kanzlerin hat ist alles in Ordnung, nicht wahr.

    https://www.youtube.com/watch?v=XaWE8K2nRVs

    Traust du dich den Satz mit CDU (oder SPD) zu schreiben. Wahrscheinlich schon, weil du konträre Sachverhalte entweder gar nicht kennst oder schlimmer bewusst ausblendest damit du dieses mittlerweile schon lächerlich anmutende "AfD-Shaming" betreiben kannst. Du willst mit deiner Frage sagen, alle sind moralisch vorbildlich oder akzeptabel außer natürlich die AfD. Dir ist schon klar dass die AfD ziemlich deckungsgleich in etwa die selben Positionen hat, welche die CDU bis vor einigen Jahrzehnten vertreten hat. Es geht im Grunde nur darum ob man die ganzen neuen "Werte" und Moralvorstellungen die durch die 68er-Generation aufgekommen sind über die alten Werte und Moral wie z. B. Familie und Kultur erhebt. Das ist natürlich jedem seine Sache, wir haben ja eine Demokratie! Trotzdem lohnt es sich darüber nachzudenken was für Werte und welche Moralvorstellungen man hochhält und nicht nur die populären Ansichten und Phrasen - womöglich sogar noch unhinterfragt - zu übernehmen, auch wenn das natürlich der bequemere Weg ist.

    Das wird wieder passieren, das zeichnet sich schon recht deutlich ab. Es ist mehr oder weniger nur die Frage ob es noch 10, 20 oder 30 Jahre dauert. Natürlich kommt dann kein "Hitler 2.0" sondern eher sowas wie ein "Stalin 2.0" der dann eine ganz wunderbare Gesellschaft der "Gleichheit" und "Sozialen Gerechtigkeit" in Europa mit sich bringt und nicht nur GIC wird da massiv Beifall klatschen, selbst (oder vielleicht sogar gerade) wenn die AfD-Anhänger im Gulag zum Steineklopfen sind.
     
    Zuletzt bearbeitet: 18.03.16
  2. Gaius Iulius Caesar

    Gaius Iulius Caesar Grepolis Team Community Manager

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    Lies bitte.

    Was die Flüchtlingsfrage angeht: für Merkel - ja. Die CDU - nein. Die SPD - schon eher.
    Was alles andere angeht: nein, ich würde niemanden von denen als moralisch bezeichnen.
    Ich nehme an, dass der Hauptfaktor für die Wähler war, wie die Parteien zur Flüchtlingsfrage stehen. Und deswegen wollte ich wissen, ob Marek die AfD in Bezug auf dieses Thema als moralisch ansieht.
     
  3. Ala -

    Ala -

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    Ein Einwurf zu Köln:

     
  4. Okalmon

    Okalmon

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    Vielleicht sollten einige mal eine Initiative zur Reform des GG starten.
    Da sind ja Dinge drin... Unglaublich!

    Ich habe eine wirklich ernsthafte Frage:

    Was sind "Deutsche Werte"?
     
  5. .Apollyon.

    .Apollyon.

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    @ Okalmon: dann müsste man erst definieren, was für dich deutsch bedeutet. deutsch nach sinne des GG oder sich der deutschen kultur zugehörig fühlen? da gibt es ja teilweise riesige Unterschiede.

    Da eine "deutsche" Kultur nie eine reine Kultur, in dem sinne, dass sie keine einflüsse aus anderen gehabt hätte, war, ist es so, dass in das deutsche immer fremde werteetc mit eingeflossen sind. dadurch sind es halt nur deutsche werte, wenn man diese einflüsse trotzdem als deutsch ansieht...als form der mischkultur.

    ich hoffe, ich habe dich damit nicht noch mehr verwirrt ;)
     
  6. Ala -

    Ala -

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    Ihn nicht, aber wohl Boss.
     
  7. Okalmon

    Okalmon

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    Es ist eine ganz simple Frage:
    "Was sind 'Deutsche Werte'"?

    Es wird doch ständig postuliert!
     
  8. spock

    spock

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    Man nehme nur die AFD-Forderung das Hart4ler arbeiten sollen in Bürgerarbeit.
    Komisch das gab es bereits und zwar in einer CDU geführten Landesregierung, brutto ca 900 Euro für 30h/Woche, nette kam 940 raus je nach Miethöhe.

    Sozialversicherung - jeder ist sich selbst der Nächste, also was die FDP auch schon wollte.

    Stillgestanden - Wehrpflicht wiedereinführen. Wo ist da jetzt das Problem Wehrpflicht = Verweigerer machen Sozialdienst

    Schießbefehl - den gibt es seit über 40 Jahren, nix neues. Und ich glaube kaum das wir Israel als Schurkenstaat bezeichnen nur weil diese auf Kinder schießen die einen Grenzposten angreifen, oftmals getarnt als Selbstmordattentäter.

    Und "Deutschland ist nicht das Sozialamt der Welt."

    "Wer dauerhaft hier leben will soll dazu angehalten werden in der Öffentlichkeit und in der Familie Deutsch zu sprechen"
     
    Zuletzt bearbeitet: 18.03.16
  9. Nea-Polis

    Nea-Polis

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    Sofort einführen denn wo es Pflichten gibt, gibt es auch Rechte. Ein einklagbares Recht auf Arbeit. Das wäre mal was :)

    Wer nimmt denn die FDP ernst?

    Na klar doch. Als Grenzer darf man auf Flüchtlinge schießen. Willkommen in der DDR.
    Ich mach Dir einen Vorschlag, melde Dich zum Bundesgrenzschutz und schieße auf den ersten Flüchtling den Du siehst. Ich wette mit Dir um einen Kasten Bier, dass Dir das Gericht anschließend ganz genau erklärt, dass Du das Gesetz nicht richtig verstanden hast.

    Sind wir doch gar nicht. Eine stumpfsinnige Behauptung. Als ob wir die ganze Welt (7 Mrd Menschen) finanzieren würden.

    Sehr dafür und da es ein CSU Vorschlag war, helfe ich gerne dabei diejenigen Bayern, die zu Hause kein Hochdeutsch sprechen, über die Grenze zu schubsen.
     
    Zuletzt bearbeitet: 18.03.16
  10. Kavallerie

    Kavallerie

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    Um mal an Spocks und Nea-Polis Kommentare über Bürgerarbeit und AfD anzuknüpfen:

    Das beste an den Landtagswahlen finde ich, dass die AfD z.B. in Baden-Württemberg zu einem Drittel (5% von den 15%) von Arbeitslosen gewählt worden ist.

    https://www.tagesschau.de/inland/wahlanalyse-101~magnifier_pos-1.html

    Für die hatte die AfD in ihrem Wahlprogramm für BW den schönen Absatz:

    http://www.alternativefuer-bw.de/wp-content/uploads/Landtagswahlprogramm_AfD_2016.pdf

    Ob das für den einzelnen Arbeitslosen besser ist oder nicht kann ich nicht beurteilen. Ich glaube aber kaum, dass sich die Situation dadurch verbessern würde. ^^

    Für die Allgemeinheit würde so eine Bürgerarbeit langfristig , aber teurer sein oder mehr Arbeitslosigkeit verursachen (und dadurch teurer sein).

    Was soll Bürgerarbeit denn sein ? Wenn sie nicht in Konkurrenz zum Arbeitsmarkt steht, dann ist sinnlos und unwirtschaftlich und bedeutet nur, dass der Staat Geld ausgibt für Tätigkeiten, die ihm nicht helfen und Mehrausgaben gegenüber dem status quo bedeuten.
    Wenn sie aber in Konkurrenz zum Arbeitsmarkt steht, dann verschwinden Jobs von Leuten, die in Arbeit sind, weil ihre Arbeit dann von Leuten angeleitet durch den Staat erledigt. Dann gibt es mehr Arbeitslose. Machen die dann auch Bürgerarbeit ?

    Anscheinend kann man mit so eine paar Worten Arbeit aus dem Nichts für alle Benachteiligten schaffen. Das erinnert mich irgendwie an die wundersame Brotvermehrung. Ist die AfD jetzt Jesus ?

    Aber das ist nur ein schwachsinniger Punkt, der sich im so gut wie nicht vorhandenen Parteiprogramm der AfD, findet, denn da gibt es haufenweise solcher sinnbefreiten Forderungen. Meist werden in deren Wahlprogramme zur Landtagswahl irgendwelche Ungerechtigkeiten oder Missstände suggeriert, die dann harte Maßnahmen erfordern. [​IMG]

    Bemerkenswert finde ich auch, dass bei der Partei wenige Tage nach der Wahl ein vorläufiges Grundsatzprogramm auftaucht.
    Wie ? Erst wählen lassen und dann darüber nachdenken was man eigentlich will. Nimmt man in der Zukunft so den besorgten Bürger ernst ?
     
    Zuletzt bearbeitet: 19.03.16
  11. Ala -

    Ala -

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    Es gibt sicher einiges an der AFD zu bemängeln, aber dieser Vorschlag nun nicht gerade. Ganz zu schweigen von diesem unsäglich menschenverachtenden Argument, "dass [die Bürgerarbeit] nur noch teurer für uns sein würde, als die es sowieso schon sind". Igitt, igitt..
     
  12. spock

    spock

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    Stimmt genau, die Asylanten sollen gefälligst zu Hause bleiben und den anderen nicht die Jobs klauen. Komische Argument gegen Bürgerarbeit und 1-Euro-Jobs haben sie da.

    Rollstuhlfahrer mit Einkommen auf Sozialhilfeniveau sollen doch lieber Geld für Taxis ausgeben statt kostenlos mit Bus/Bahn fahren, weil das schafft ja Arbeitsplätze (sogar 2 weil die Schulden muss einer verwalten ^^). Statt das man Geld dafür ausgibt um Personen einzustellen die ihnen beim Ein-Aussteigen helfen, wäre auch nicht teurer aber bestimmt umweltschonender.

    Und falls du wissen willst was Bürgerarbeit ist frag die CDU/CSU die haben das schon 2005 eingeführt.
     
  13. Marek-Arena

    Marek-Arena

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    Hm....
    Vllt. solltest du dies tun und erkennen, dass auch heute noch systematisch Sichtweisen beeinflusst werden. Nur weil dies nicht mehr zentralstaatlich möglich ist, macht es das nicht obsolet....im Gegenteil.
    Ich denke das Wort Propaganda ist negativ belegt, da die heutige (und vergangene) Propaganda darauf abzielt(e), es nur in Verbindung mit totalitären Staaten darzustellen. Als aufgeklärter Demokrat kann man ja überhaupt keiner Porpaganda unterliegen ;)

    Wirklich ? Ist das so ?
    Stell dich auf die Straße und sprich Tabuisierungen an und du wirst sehen, wie präsent "demokratische" Lebenswahrheiten sind :)
    Und nochmal...der Unterschied besteht nur in der direkten und indirekten Steuerung. Was uns dazu führt, dass es heutzutage eben subtiler sein muss als anno domini, als es reichte zu sagen "Wir sind groß, die andern klein !"

    Ja. Weiß ich. Hatte ich doch auch gesagt.....was du mir aber widerlegen wolltest.
    Gerade diese Vielfalt und die Technik unterscheidet die Art und Weise....nicht aber den Ansatz.
     
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 22.03.16
  14. Ala -

    Ala -

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    Ich habe klar beschrieben, dass es auch heute noch systematische Beeinflussung der öffentlichen Meinung gibt (fast wortwörtlich so). Lies bitte richtig.

    Das ändert nichts daran, dass man begriffliche Bestimmungen nicht einfach drehen und wenden kann, wie man will. "Propaganda" bezeichnet eben nicht einfach _eine Form_ der Beeinflussung der öffentlichen Meinung, sondern eben _die Form_ innerhalb eines totalitären Systems, in dem wir nunmal nicht leben.

    Lies doch einfach richtig. Argumentativ ist bei dir sowieso nichts mehr zu machen, da ist einfach leider kein Talent und keine Begabung vorhanden. Aber (richtiges) Lesen trauen wir sogar dir zu. Also, bitte...

    Ja, stell dich doch mal auf die Straße und sprich anscheinende Tabuisierungen an. Die meisten werden dich nicht ernstnehmen oder dich für einen ewig Gestrigen halten, so wie wir das auch hier handhaben. Das hat weniger mit Propaganda, Sprechverboten oder Intoleranz der Intoleranz (doch, damit schon ein bisschen) zu tun als mit deiner Unfähigkeit, dich auszudrücken und anschauliche Beispiele zu geben.

    In der Demokratie kannst du alles diskutieren, von Lebensentwürfen bis politischen Ansichten. Davon gibt es in der Demokratie eine Vielzahl, in totalitären Systemen nicht. Das bedeutet allerdings nicht, dass es keine Art "Leit- Lebensentwurf" (Familie, Ehe, Haus, Kind und Hund, am besten gepaart mit gesellschaftlichem Engagement, Anstand und Sitte) oder politische "Leitkultur" (bsp. die Annahme der politischen Programmatik der Volksparteien) gäbe. Nur zwingt dich keine _politische Kraft_ mitsamt seiner administrativen Gewalt dazu, diese Leitentwürfe anzunehmen, was auch damit zusammenhängt, dass Demokratie schon in ihrer Sozialstruktur immer weniger homogen sind und werden, als das nationalistisch- totalitäre System sind und sein können. Dass es heutzutag _zivilgesellschaftliche Kräfte_ und auch politische Stimmen gibt, die dennoch für den von Ihnen _richtig empfundenen_ Entwurf werben und auch versuchen, die öffentliche Meinung durch campaigning zu beeinflussen, stellt nicht den "Tatbestand" von _Propaganda_ dar.

    Ähm, nein, ich widerlege, dass die deutsche Gesellschaft einer Form von Propaganda (also EINE FORM der ALLE PERSÖNLICHEN UND GESELLSCHAFTLICHEN BEREICHE UMFASSENDEN UND VERBINDLICHEN !!! Form der Beeinflussung der öffentlichen und privaten Meinung einer Person oder Gruppe innerhalb eines typisch totalitären Systems) ausgesetzt wäre.

    Dass heute soziale Medien und weniger die Parteikongresse und Radiosendungen als "Technik" der Beeinflussung benutzt werden und sich die Reden einer Bundeskanzlerin von denen eines Hitlers unterscheiden,obwohl beide neben anderen Zwecken tatsächlich versuchen, die Öffentlichkeit in ihrem Sinne zu beeinflussen, sind banalste Banalitäten, die du wohl in "diese Technik und Vielfalt unterscheidet die Art und Weise, nicht aber den Ansatz" zum Ausdruck bringen möchtest.
    Du meinst wohl sowas, dass man Botschaften heute anders verpacken und kommunizieren muss, aber was meinst du denn damit genau? Das man heute nicht mehr so direkt und offen das sagen kann/muss/sollte, um politisch für sich zu werben und die öffentliche Meinung zu beeinflussen? Beziehst du dich auf die Formen der geschäftlichen Werbung und erkennst Parallelitäten zur politischen? Wie sieht geschäftliche Werbung dann aus und inwiefern ist das "subtil"?
    Wie sieht das "subtile" Wesen der modernen Beeinflussung aus? Und überhaupt: Ist Propaganda keine Form der subtilen Beeinflussung? Sind Trump, AFD und Hassprediger nicht gerade das Gegenbeispiel für zurückhaltende "indirekt-subtile" Steuerung? Warum werben wir "subtiler" und ist das überhaupt schlecht?
     
    Zuletzt bearbeitet: 23.03.16
  15. Marek-Arena

    Marek-Arena

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    ...und negierst es dann.
    Du beschreibst den Begriff Propaganda und sagst dann, dass es keine Propaganda gibt....weil Demokratie unn so.

    Boah ey.....
    Ich hab mal den Duden verlinkt: http://www.duden.de/rechtschreibung/Propaganda
    "systematische Verbreitung politischer, weltanschaulicher o. ä. Ideen und Meinungen mit dem Ziel, das allgemeine Bewusstsein in bestimmter Weise zu beeinflussen" Das beschreibt Propaganda.

    Wie kommst du darauf, dass Propaganda nur an Totalitarismus gekoppelt ist/sein muss ?! Das Wort ist negativ belastet, weswegen es einfach nur nicht gern verwendet wird, weil man nicht den Eindruck von Gleichheit zum Negativelement entstehen lassen möchte.
    Wenn es heute verwendet wird, dann um politische Gegner in diesem Eindruck stehen zu lassen.

    Du nimmst einfach nur an, dass die negative Bedeutung von Propaganda genau an das Negativelement gekoppelt ist...das ist aber falsch. Das Ziel ist doch sogar, dass ich mir unliebsame Dinge durch Benennung dann ebenfalls negativ darstellen möchte (siehe Vergleiche AfD = Nazis, Die Linke = Kommunisten/SED).

    Aus diesen Gründen werfe ich den Ball mit dem Lesen und Argumentieren gerne zurück.

    Volksverhetzung (als Bsp.) und damit einhergehende Strafverfolgung sind staatliche Hebel, um Andersdenkende mundtot zu machen.

    Das Problem, was du und auch andere immer wieder in derartigen Diskussionen haben ist, dass ihr gern Leute wie mich, die euch nur den Spiegel vorhalten, weil ihr genau das tut, was ihr den Rechten anlastet, ebenfalls in die rechte Ecke schiebt.
    Ich sehe es einfach nicht ein (so wie du anscheinend), dass man Zugeständnisse nur an bestimmte Personenkreise macht. Wenn man in einer freiheitlichen und offenen Gesellschaft leben will, dann muss man auch mit den negativen Seiten leben...und zwar, dass es auch Leuten erlaubt ist zu sprechen, die diese freie, offene Gesellschaft unterminieren wollen.

    Nur weil der Staat (oder sagen wir die herrschende Elite) Andersdenkende nicht mehr öffentlich hinrichten kann, weil dann der Charakter der freiheitlichen Grundordnung verschwimmt, heißt das nicht, dass nicht propagandistisch gegen diese vorgegangen wird. Und genau aus diesem Grund, muss man indirekt vorgehen, indem man mehr mit Diffamierungen, Sprechverboten, Beschneidung öffentlicher Foren, usw. arbeiten muss.
    Das Wort "Nazikeule" oder die Metapher "rechte Ecke" haben jeden Tag einen Auftritt in der Politik. Das Ganze geht auch andersherum...nervt Die Linke wieder zu sehr ? Na dann holen wir doch einfach mal wieder die SED oder die Stasivergangenheit raus.
    Satire ist ebenfalls ein Merkmal von Propaganda...heute allgegenwärtig.
    Horrormusik bei sogenannten "Dokumentationen".

    Es läuft im Endeffekt immer auf politische Meinungsbildung heraus.

    Gibt es auch in totalitären Regimen (obwohl wir hier wieder pauschalisieren). Du sprichst gerade der Interaktion der Individuen in einem Regime jegliche Vielfalt ab, nur um deine Vorstellung als "idealer" hinzustellen.

    Es kommt doch nicht darauf an, dass ich alles diskutieren kann...sondern wo. In totalitären Regimen kann ich in vertrautem Kreise auch alles diskutieren.
    Nur weil wir in einer Demokratie leben, heißt das nicht, dass du überall alles sagen und diskutieren kannst. Man kann dir ebenso ein Platzverweis erteilen, dir unter Strafandrohung Sprechverbot erteilen.
    Ich gebe allerdings zu, dass Dtl. sicher einen Sonderfall darstellt, was Tabuisierungen angeht.

    Doch...genau das tut es :)
    Weil Propaganda genau das ist...ob nun in Timbuktistan, Russland, Frankreich, Deutschland, bei Kommunalwahlen oder am heimischen Herd oder in geselliger Runde.
    Magst du nicht verstehen ? Schade.

    Ich sagte (und sage) nur, dass Propaganda sich gewandelt hat...und du bestätigst es hier nur wieder.

    Propaganda ist wesentlich vielschichtiger.
    Du selbst hast es oben gg von deinem Standpunkt aus Andersdenkende verwendet: "Ewig Gestrige".
    Wir drehen uns im Kreis....du sagst: Meinungsmache + Regime = Propaganda und Meinungsmache + Demokratie = public relation
    Ich sage: Meinungsmache + Regime oder Meinungsmache + Demokratie = Propaganda/public relation.
    Die Nicht-Verwendung von Propaganda in Nicht-totalitären Regimen ist nicht usus....Kollege Schnürrschuh.

    Steht oben.
    Einfach wäre: "Ich sage A, du sagst AB....das gefällt mir nicht. Ab ins Lager."
    Subtil: "Ich sage A, du sagst AB.....naja, bist halt nicht so helle, gelle ! Hast noch nix gelernt. Ich weiß es besser."

    Ich habe keine Ahnung ob es besser oder schlechter ist.
    Am Ende verfolgt es nur das Ziel der Machtausübung über andere und des eigenen Machterhalts über die 99,9% Sklavenhorden im System :)


    Ich werde mit dir die Begrifflichkeit nicht weiter diskutieren.
    Essenz: Propaganda wird in unterschiedlichen Systemen unterschiedlich durchgeführt.
     
    Zuletzt bearbeitet: 23.03.16
  16. Ala -

    Ala -

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    Ja, weil Demokratie und so. Toll, dass du mich so oft wiederholst.

    Das ändert nichts daran, dass der Begriff historisch mit totalitären Systemen konnotiert wird. Das würde man ja schließlich nicht machen, wenn eine Abgrenzung (z.B.) zu (politischer) Werbung in Demokratien nicht nötig wäre.

    "Gleichheit zum Negativelement", aha. :D

    Du hast den Begriff doch eingeführt, oder hat dich hier etwa jemand der Propaganda bezichtigt?

    Das nehme ich nicht an, so wird der Begriff nun mal journalistisch und wissenschaftlich verwendet. Es ist ein Begriff, der nicht ohne seine historische Konnotation erklärt werden kann, welche du völlig außer Acht lässt.

    Aber das trifft sich ja gut, der NS ist ja für dich sowieso nicht so schlimm.

    Also ehrlich, dieses "Mundtot"-Argument zieht sich auch schon seit Jahren als Narrativ durch deine irrwitzigen Positionen. Was dazu führt, dass die inhaltliche Debatte für dich nämlich schon dann aufhört, wenn dein Gegenüber Polemik und Hyperbel gebraucht, obwohl das seit Jahrtausenden zu jeder alltäglichen und politischen Debattenkultur dazugehört.

    Das macht es natürlich einfach für dich, denn dann kannst du dich weiter in deiner pseudoelitären Haltung wähnen und die Opferrolle des sprachlich Unterdrückten ausspielen, der nicht sagen darf, was er möchte und der ungerecht behandelt wird. Dieses typische und harmlose Verhalten wird dann jedoch noch gepaart mit der verachtenden Vorstellung, dass so ein "Mundtot" machen, "Tabus" und "political correctness" in etwa dem gleichkommt, was die Nazis gemacht haben: Propaganda und so ein bisschen Krieg und Holocaust.

    Witzbold.

    Genau, in etwa so schlimm wie das Ermächtigungsgesetz.

    Ich wüsste nicht, wo wir beide in der Diskussion über die richtige Definition von Propaganda bislang irgendwelche rechts-linken-Musterdiskurse abbilden würden. Zu sagen, dass Propaganda etwas anderes als politische Kommunikation/Werbung/PR/etc. in demokratischen Gesellschaft ist, ist auch nichts "linkes" meiner Meinung nach.

    Und nochmal: Dieses Gejammere von wegen dass alle AfD'ler und "Rechten" (:D) in die rechte Ecke geschoben werden, ist die Bedienung eines Opfermythos der sprachlich Unterdrückten, der in Konsequenz nur dazu führt, dass man sich dem Dialog mit anderen gesellschaftlichen Kräften zwar nicht verweigert, von vornerein aber ausschließt, dass man zu einem Ergebnis, schon gar nicht zu einem Kompromiss oder Konsens kommen kann, weil ja die kommunikativen Hierarchien allein durch den Sprachgebrauch schon so "unfair" sind, dass man seine eigene, unterdrückte Meinung sowieso nicht zur Geltung lassen kommen könnte. (Etwas, womit sich die Linken übrigens sehr gut auskennen). Dann bleibt nur noch der Weg in die Radikalisierung, was sich gerade innerhalb der AFD abzeichnet.

    Das ist ein gewöhnlicher Vorgang, denn mit Sprache werden immer eigene Wert- und Wertvorstellungen zum Ausdruck gebracht und gegen abweichende andere behauptet. Das hat Sprache so an sich. Sie wertet. Die AFD macht sich hier einen Abwehrmechanismus zunutze, der ihr nicht eigen ist so wie die sprachliche negative Wertung nichts spezifisch "antirechtes" ist. Die Nazikeule ist keine ungerechte Behandlung der "Nicht-wirklich-so-Rechten", sondern die voreingestellte sprachliche Reaktion eines Nicht-Rechten, der rechte Argumentationsmuster erkennt ODER meint, zu erkennen.

    Dieser Exkurs ändert aber auch nichts daran, dass hinter all der sprachlichen Fassade die Argumente der einen gegen die anderen abgewogen werden müssen. Das geht aber nicht, wenn man sich dem voreingenommen verweigert, was wiederum nur eine natürliche Reaktion in einem hierarchisch stattfindenden Diskurs darstellt. Dilemma über Dilemma.

    Du sprichst doch, die AFD spricht, alle anderen sprechen. Wieder so ein Mythos, dass in Deutschland keiner mehr sagen darf, was er denkt ohne politisch systematisch verfolgt zu werden. Wir sind doch schon einen Schritt weiter (scroll noch mal ein Stückchen nach oben)

    Das ist doch genau der VERBINDLICHE Charakter von Propaganda, den es in einer Demokratie und in einem Rechtsstaat eben NICHT gibt. Du kannst hier ganz offen gegen die politische Linie des "Establishments" sprechen, ohne mit politischen Konsequenzen zu rechnen. Dass ICH, deine Freundin, dein Bekanntenkreis, deine Arbeitskollegen dir das TROTZDEM übel nehmen könnten und dich IM RAHMEN DES GESETZES natürlich SANKTIONIEREN können, hat mit Propaganda - Staat - Beeinflussung/Steuerung - überhaupt nichts zu tun.



    Das ist das Wesen von Sprache im Allgemeinen, von Werbung, politischen Botschaften, PR (wie du es nennst - passender Begriff übrigens) im Besonderen. Mit Propaganda hat das freilich immer noch wenig zu tun.

    Systematische Sprechverbote, Zensur gibt es immer noch nicht. Find dich damit ab. Die Gleichung Satire=Propaganda geht auch nicht auf. Satire ist wohl eher - Satire.

    Es läuft im Endeffekt immer auf politische Meinungsbildung heraus.


    Nein, ich spreche einem totalitären _Regime_ (!!!) jegliche Vielfalt ab. Ein Regime bezeichnet die POLITISCH-ADMINISTRATIVE HERRSCHAFT, von der Propaganda qualitativ ausgeht. Was die Untertanen untereinander murmeln ist nicht relevant, aber ich kann dir versichern, dass auch da die Demokratie wesentlich freundlichere Bedingungen bietet als so eine Diktatur.

    Also wir verlieren uns sowieso, aber das ist zu absurd. Ich mach dann hier auch mal Schluss.

    Es bringt nichts zu erklären, dass massenhafte, systematisch ausgeführte Versammlungsverbote, Beschränkungen der Freiheiten, Deportationen und Lagerhaft eine andere Qualität besitzen als eine Handvoll Platzverweise und Sprechverbote (:D) innerhalb einer Demokratie. Es bringt auch nichts darauf hinzuweisen, dass eine Unterhaltung zwischen Fritz und Fratz etwas anderes ist als die Kommunikation zwischen einer Regierung und einem Staatsvolk (für Marek ist das irgendwie alles eine Soße, die reden ja miteinander). Schon gar keine Mühe sollte man sich machen, dass Platzverweise meist nicht erteilt werden, weil irgendjemand etwas falsches sagt, sondern weil er Platzverweise eher auf unpolitisches Fehl_verhalten_ zurückzuführen sind... - aaaaaber vielleicht lesen ja andere mit.
    Das ist zu blöd und entlarvend: Dir geht es wieder um nichts anderes als um die Verharmlosung des NS. Das Spiel haben wir schon etliche Male gespielt.

    Wo ist bloß so ein Sprechverbot, wenn man es mal braucht? BND, Polizei, SEK WO SEID IHR BLOß!!!!!
     
    Zuletzt bearbeitet: 23.03.16
  17. Lord321

    Lord321

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    ich will jetzt nicht behaupten das die ganze propagandadiskusion ein wenig vom eigentlichen thema wegführt ;)

    aber ich möchte auch meinen senf dazu geben, nur weil der begriff historisch mit totalitären systemen belegt ist heist das noch lange nciht das es keine propaganda in demokratiene gibt. nehmen wir einfach mal eine vorzeigedemokratie, da wurde für kriege, ähh ich meine polizeieinsätze auch schon seit den 50er jahren werbung, oder proaganda betrieben, teilweise mit wahrheiten, aber teilweise einfach auch mit erlogenen fakten. die öffentliche meinung wird so beeinflusst das bisher immer alle mit einem hurra in den krieg zogen, die eigenen grundwerte wurden dabei auch nur selten als ziel herrangezogen (freiheit, demokratie, meinungsfreiheit)
     
  18. Ala -

    Ala -

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    Ich glaube es reicht darauf hinzuweisen, dass wenn Propaganda wirklich so allgegenwärtig (d.h. systematisch und raum/zeit- und kontextunabhängig) wäre, dann würde diese Diskussion hier nicht stattfinden _dürfen_ und wahrscheinlich auch gar nicht stattfinden können, weil Informationen außerhalb der staats- und regimetragendenden Medien gar nicht zugänglich wären.

    Dein Beispiel macht es nur allzu deutlich: In der Geschichte der BRD hat es Antikriegsbewegungen gegeben, die weltweit ihres gleichen suchen; du kannst deine "kritische Stimme" gegen den Krieg erheben, jeder kann das tun, weil er Zugang zu Informationen und ein "kritisches Bewusstsein" entwickelt hat, was einen Propagandabegriff für die BRD einfach unzulänglich macht.

    Dass Nachkriegs-Deutschland irgendwann mal "mit einem Hurra in den Krieg" gezogen wäre, ist sowieso eine empirisch unhaltbare Aussage.

    Propaganda ist nicht einfach nur "Meinungsmache" und "Beeinflussung", es ist Form der systematischen Kommunikation der Regierung mit dem Untertan, ohne dass dieser die Möglichkeit hätte, sich über andere Kanäle als genau diesen verbindlichen und allgegenwärtigen Kanal zu informieren und zu kommunizieren.

    Was ihr hier beide feststellen wollt und für eine Erkenntnis haltet, ist, dass eine Regierung pro-regierungsmäßig kommuniziert. Das ist logisch, das bedarf keiner Debatte oder Diskussion. Das ist aber keine Form von Propaganda, wenn wir Zugang zu zahlreichen, alle politischen Spektren abbildenden Medien und Informationskanälen außerhalb einer Regierung haben und legal haben _dürfen_.

    Propaganda ist nicht ein Ergebnis (das, was der Bürger glaubt) und auch nicht das "was eine Regierung sagt", es ist ein systamtischer Prozess der Beeinflussung der öffentlichen Meinung durch und nur durch die Regierung und ihrer Administration = Monopolisierung der Propaganda, was eben - um das deutlich zu machen - hinreichende Bedingung ist, etwas überhaupt erst als Propaganda zu bezeichnen.
     
    Zuletzt bearbeitet: 24.03.16
  19. spock

    spock

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    '"Das sind Massenvernichtungswaffen von Sadam"

    "Die Irakischen Soldaten reißen Babys aus Brutkästen"

    "Deutschland wird am Hindukusch verteidigt"

    "Stoppt Putin jetzt"

    Gauck: „Manchmal muss ein junger Mensch alles geben und wenn es das eigene Leben ist.“

    Gegenbeweis erbracht.

    Und was passiert wenn es Krieg gibt sieht man doch. Sowohl in der Ukraine als auch in Syrien und Afghanistan fliehen die Menschen und sind nur in Deutschland willkommen. Auch wenn das bedeutet das die Marokaner in Dresden Angst haben müssen, aber nicht vor Pegida und Co.

    ach ja und "ala - isst Freitags keinen Fisch" wie aus gut unterrichteten Kreisen bekannt wurde.
     
  20. Ala -

    Ala -

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    Das ist Propaganda!
     

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