Kommunismus <---> Kapitalismus

@Garlan

Wie will ich jemanden aufhalten/umstimmen der Gewalt als ein Mittel einsetzt und der Rest darauf verzichtet ?
Ihn solange werken lassen, bis er von selbst die Weisheit der Gesellschaft erkennt ? Bis dahin erkannten andere aus der Gesellschaft das Paradoxon.

Deswegen funzt das "Gewaltenlose System" eben nicht, solange auch nur ein Individuum anderer Ansicht ist. Egal ob auf lokaler oder globaler Ebene.


Wie gesagt....ohne einen einheitlichen Geist, wird sich kein Zustand erreichen lassen.
Jeder einzelne müsste die Askese meistern, bevor man überhaupt dran denken könnte die menschliche (also die einheitliche) einzuführen. Allerdings ist das wieder ein Paradoxon, da ja jeder innerhalb seiner Askese zu unterschiedlichen Schlussfolgerungen kommt/kommen kann.

Aber es würde sich vllt ein gewisses Übergewicht ergeben, woraus man den "einheitlichsten" menschlichen Geist erahnen könnte.
 
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Dieser Artikel erwähnt also, dass viele Männer ihre Frau für ihr "Eigentum" halten und sie deshalb vergewaltigen. Das mag die Sache vereinfachen, aber der Artikel sagt nicht, dass es der Anlass wäre, sondern nur als eine Nebenursache
Du liest wieder nicht richtig - lies mal den Absatz, wo die Gutachterin eben sagt, dass "Bei Vergewaltigung geht es nicht um Sex. "

ehrlich gesagt muss ich die Links auch suchen(weshalb ich auch auf den Focus stoße, den ich sonst nie lese), mein Wissen beziehe ich aus Büchern.......
 

Garlan der Kavalier

Gast
w

Marek-Arena;17921Wie will ich jemanden aufhalten/umstimmen der Gewalt als ein Mittel einsetzt und der Rest darauf verzichtet ? Ihn solange werken lassen schrieb:
Ganz meine Rede.
Deswegen funzt das "Gewaltenlose System" eben nicht, solange auch nur ein Individuum anderer Ansicht ist. Egal ob auf lokaler oder globaler Ebene.
Genau. Ein funktionierendes System muss auf dem Gewaltmonopol basieren.
Aber ein solches funktioniert oft. Wie z. B. die Bundesrepublik Deutschland.

Wie gesagt....ohne einen einheitlichen Geist, wird sich kein Zustand erreichen lassen.
Eine Demokratie lebt praktisch von Differenzen zwischen Wählern und Parteien untereinander.
Du liest wieder nicht richtig - lies mal den Absatz, wo die Gutachterin eben sagt, dass "Bei Vergewaltigung geht es nicht um Sex. "
"Sondern auch um Gewalt." Aha. Mag sein. Womit noch nicht gesagt ist, dass diese Gewalt nicht tiefgründig sexuell motiviert ist. Das meine ich nämlich, dass aus irgendeiner zweitrangigen sadistischen Neigung - Jeder Mensch hat von Geburt an eine sexuelle Offenheit, die sich in vielen verschiedenen Neigungen wiederspiegelt - eine Art Lust erwächst, die einen dann zur Gewalt bringt. Aber vielleicht ist es auch Spaß an der Gewalt an sich. Die Vorstellung passt mir aber irgendwie nicht. Gib mir einen Link und ich denke drüber nach.
 

simpsons3

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In der sozialen Marktwirtschaft hat man beispielsweise den Anreiz, mehr Geld zu bekommen und somit besser zu leben.
Aber nicht die Reinigungsfachkraft, die ja häufig über keine in Deutschland anerkannte Berufsausbildung verfügt.

Vielleicht war sie ja arbeitslos, und das Amt hat ihr gesagt, dass sie einen Job haben und wenn sie den nicht annimmt, werden ihr leider die Bezüge gekürzt.
Leistungsanreiz 2: Der Staat sitzt einem im Nacken.
Und was, wenn sie nach einer Leistungskürzung um - sagen wir einfach mal - 10 % immer noch mehr in der Tasche hätte, wenn die Fixkosten abgezogen werden, als mit dem Beruf?

Rechnen wir mal: Die Wohnung kostet beispielsweise 160,- €. Diese wird bei Hartz IV gänzlich vom Staat finanziert. Bei ihrem 400-Euro-Job muss die politisch korrekte geschlechterneutrale Dame jedoch auf diese Förderung verzichten. Sie hat abzüglich Fixkosten also mit ALG II am Monatsende 364,- € übrig, abzgl. 10 %, die ihr ja gestrichen werden, also 328,- € (nicht hauen, wenn ich mich verrechnet habe, aber so grob gerechnet müsste das stimmen). Bei ihrem Job hat sie aber bloß 240,- € übrig.
 
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Jukuhu

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Genau. Ein funktionierendes System muss auf dem Gewaltmonopol basieren.
Aber ein solches funktioniert oft. Wie z. B. die Bundesrepublik Deutschland.
:supermad:
Nur weil ein System mit einem Gewaltmonopol funktioniert heißt es noch lange nicht das es eine Daseinsberechtigung hat. JEDES System funktioniert damit, die Frage ist nur wie lange.

Eine Demokratie lebt praktisch von Differenzen zwischen Wählern und Parteien untereinander.
Welche Demokratie?? Etwa unsere???? O_______________O'
Mir ist keine bekannt wo es wirklich so ist.

Als erstes wäre da dieser absolut hirnrissige Personenkult. Es geht nich darum was jemand sagt sondern das nett in die Kamera gelächelt wird.

Desweiteren bestimmen die Medien die Wahlthemen und Lobbyisten beackern nach der Wahl die Regierung um irgendwelche Vorteile zu erkaufen, was auch prima funktioniert, sogar Gesetze wurden in der Vergangenheit gekauft.

Es soll sogar Parteien geben die ihre Wähler bewusst anlügen ;) Achja und überhaupt - man kriegt nur Komplettpakete und weiß dank fehlender Transparenz nichtmal was grade für ne !§#$%&? geplant wird.

Ein heil auf die Diktakrotie und ihr Parteiensystem :)
 

Garlan der Kavalier

Gast
Und was, wenn sie nach einer Leistungskürzung um - sagen wir einfach mal - 10 % immer noch mehr in der Tasche hätte, wenn die Fixkosten abgezogen werden, als mit dem Beruf?

Rechnen wir mal: Die Wohnung kostet beispielsweise 160,- €. Diese wird bei Hartz IV gänzlich vom Staat finanziert. Bei ihrem 400-Euro-Job muss die politisch korrekte geschlechterneutrale Dame jedoch auf diese Förderung verzichten. Sie hat abzüglich Fixkosten also mit ALG II am Monatsende 364,- € übrig, abzgl. 10 %, die ihr ja gestrichen werden, also 328,- € (nicht hauen, wenn ich mich verrechnet habe, aber so grob gerechnet müsste das stimmen). Bei ihrem Job hat sie aber bloß 240,- € übrig.
Das Arbeitsamt hält sie trotzdem dazu an. Das bedeutet einmal Druck und zum anderen drohen weitere Kürzungen. Die können einem sogar die Bezüge komplett streichen.
Nur weil ein System mit einem Gewaltmonopol funktioniert heißt es noch lange nicht das es eine Daseinsberechtigung hat. JEDES System funktioniert damit, die Frage ist nur wie lange.
Es geht hier momentan nur um die Funktionalität. So schlimm ist unser Gewaltmonopol übrigens auch nicht, und ich kann mir kaum vorstellen, dass dieses System zusammenbricht, mal abgesehen vom Staatsbankrott.

Welche Demokratie?? Etwa unsere???? O_______________O'
Mir ist keine bekannt wo es wirklich so ist.

Als erstes wäre da dieser absolut hirnrissige Personenkult. Es geht nich darum was jemand sagt sondern das nett in die Kamera gelächelt wird.

Desweiteren bestimmen die Medien die Wahlthemen und Lobbyisten beackern nach der Wahl die Regierung um irgendwelche Vorteile zu erkaufen, was auch prima funktioniert, sogar Gesetze wurden in der Vergangenheit gekauft.

Es soll sogar Parteien geben die ihre Wähler bewusst anlügen ;) Achja und überhaupt - man kriegt nur Komplettpakete und weiß dank fehlender Transparenz nichtmal was grade für ne !§#$%&? geplant wird.

Ein heil auf die Diktakrotie und ihr Parteiensystem :)
Ich sage nicht, dass dieses System optimal ist, aber es gibt Differenzen zwischen Wählern und Parteien und man scheint damit klarzukommen Q. e. d.
Das war vielleicht etwas übertrieben ausgedrückt oben.
 

Orestikon

Gast
Die alte Diskussion nehme ich mal nicht weiter auf, es sei denn, irgendeine Frage soll unbedingt nochmal geklärt werden, dann mache ich das natürlich.

Das Arbeitsamt hält sie trotzdem dazu an. Das bedeutet einmal Druck und zum anderen drohen weitere Kürzungen. Die können einem sogar die Bezüge komplett streichen.
Eben deshalb ist auch im Sozialstaat der freie Zwang des Marktes keinesweg überwunden. Wir leben auch im Sozialstaat im Kapitalismus.

Es geht hier momentan nur um die Funktionalität. So schlimm ist unser Gewaltmonopol übrigens auch nicht, und ich kann mir kaum vorstellen, dass dieses System zusammenbricht, mal abgesehen vom Staatsbankrott.
Das schlimme am System ist ja auch nicht, dass es instabil ist, sondern welches Leben man in ihm führen muss.

Ich sage nicht, dass dieses System optimal ist, aber es gibt Differenzen zwischen Wählern und Parteien und man scheint damit klarzukommen Q. e. d.
Das war vielleicht etwas übertrieben ausgedrückt oben.
Man muss ja auch damit klarkommen, ansonsten wird das Problem in einem selbst und nicht im System gesehen: Siehe etwa der Vorwurf, der immer gegen Kommunisten erhoben wird, sie wären einfach die Versager des Systems.
 

Garlan der Kavalier

Gast
Die alte Diskussion nehme ich mal nicht weiter auf, es sei denn, irgendeine Frage soll unbedingt nochmal geklärt werden, dann mache ich das natürlich.
Das Thema wird sowieso wieder aufgegriffen werden, deshalb lasse ich das jetzt erstmal offen.


Eben deshalb ist auch im Sozialstaat der freie Zwang des Marktes keinesweg überwunden. Wir leben auch im Sozialstaat im Kapitalismus.
Das ist auch nicht gut so, aber das lässt sich ändern. Wenn man der Putfrau die Löhne entsprechend erhöht, haben wir kein Problem mehr.
Das schlimme am System ist ja auch nicht, dass es instabil ist, sondern welches Leben man in ihm führen muss.
Das liegt aber nicht am System, sondern an den speziellen Bedingungen.
Die kann man im System verbessern, z. B. eine Vermögenssteuer oder prozentual höhere Steuern für die Reichen einführen, oder Steuern für Unternehmen vom Lohn der Arbeiter abhängig machen usw., was die Bedingungen für den kleinen Mann verbessert und dem Staat Geld in die Kassen spült, was u. a. sozial investiert werden kann . . .

Wir brauchen keine Systemänderung, um diese Probleme zu lösen.
Man muss ja auch damit klarkommen, ansonsten wird das Problem in einem selbst und nicht im System gesehen: Siehe etwa der Vorwurf, der immer gegen Kommunisten erhoben wird, sie wären einfach die Versager des Systems.
Tatsache ist, es gibt verschiedene Meinungen im System, und es leidet nicht groß darunter. Hier muss ich mich entschuldigen, ich wollte schreiben "Differenzen zwischen Wählern und Parteien untereinander
 

Orestikon

Gast
Das ist auch nicht gut so, aber das lässt sich ändern. Wenn man der Putfrau die Löhne entsprechend erhöht, haben wir kein Problem mehr.
Zitat:
Das liegt aber nicht am System, sondern an den speziellen Bedingungen.
Die kann man im System verbessern, z. B. eine Vermögenssteuer oder prozentual höhere Steuern für die Reichen einführen, oder Steuern für Unternehmen vom Lohn der Arbeiter abhängig machen usw., was die Bedingungen für den kleinen Mann verbessert und dem Staat Geld in die Kassen spült, was u. a. sozial investiert werden kann . . .
Da redest du über Quantitäten, nicht über Qualitäten. Du kannst lindern, aber nichts verbessern.

Der Knackpunkt ist, dass mehr gearbeitet wird, als gearbeitet werden müsste und die Verlierer im Tausch der Arbeitskraft sind die, die da arbeiten müssen. Der Kapitalist kann nicht zu wenig Lohn zahlen, noch weniger wäre ihm immer lieber. Eine Steuer auf seinen Profit löst das Problem nicht, noch immer kann einfach nicht genug gearbeitet werden, obwohl diese Arbeit von niemandem benötigt wird. Der Kapitalist müsste, um die Steuern wieder einzufahren, noch mehr arbeiten lassen. Die kapitalistische Produktionsweise kennt nur eins: Mehr. Jedes Weniger erzeugt an anderer Stelle wieder ein Mehr, weshalb die Forderung nach dem Weniger, wie es aktuell beispielsweise von diversen Grünen vertreten wird, nichts, aber auch gar nichts ändert, sondern das Problem nur verschiebt.

Tatsache ist, es gibt verschiedene Meinungen im System, und es leidet nicht groß darunter. Hier muss ich mich entschuldigen, ich wollte schreiben "Differenzen zwischen Wählern und Parteien untereinander
Ah, verstehe.
Ja, auch das ist richtig. Wie gesagt: In der Demokratie drückt man seine Zustimmung zur Regierung aus, nicht zu den Inhalten. Und vor allem nicht zu einer Änderung der Demokratie.
 

Garlan der Kavalier

Gast
Da redest du über Quantitäten, nicht über Qualitäten. Du kannst lindern, aber nichts verbessern.
Sieh dazu meine Idee, die Firmen abhängig vom Lohn der Mitarbeiter zu besteuern, sodass höhere Löhne sich für den größten Kapitalisten lohnen.
Der Knackpunkt ist, dass mehr gearbeitet wird, als gearbeitet werden müsste und die Verlierer im Tausch der Arbeitskraft sind die, die da arbeiten müssen. Der Kapitalist kann nicht zu wenig Lohn zahlen, noch weniger wäre ihm immer lieber. Eine Steuer auf seinen Profit löst das Problem nicht, noch immer kann einfach nicht genug gearbeitet werden, obwohl diese Arbeit von niemandem benötigt wird. Der Kapitalist müsste, um die Steuern wieder einzufahren, noch mehr arbeiten lassen. Die kapitalistische Produktionsweise kennt nur eins
Wenn man mit geschickten Steuerverschiebungen dem Kapitalisten einen Anreiz gibt, seinen Leuten genug zu zahlen, kann der soviel machen, wie er will, mehr Produktion bedeutet mehr Arbeit, wenn dann aber jemand keine Lust mehr hat, mehr zu arbeiten, dann lässt er es und andere bisher Arbeitslose haben dann einen Job und ein Auskommen. Ich sehe kein Problem.

Ah, verstehe.
Ja, auch das ist richtig. Wie gesagt: In der Demokratie drückt man seine Zustimmung zur Regierung aus, nicht zu den Inhalten. Und vor allem nicht zu einer Änderung der Demokratie.
Es gibt einige, die die Demokratie abschaffen oder das System sonstwie von Grund auf ändern wollen, was uns aber nicht groß schadet. Kein Konsens, aber ein stabiles System.
 

Orestikon

Gast
Sieh dazu meine Idee, die Firmen abhängig vom Lohn der Mitarbeiter zu besteuern, sodass höhere Löhne sich für den größten Kapitalisten lohnen.
Wenn man mit geschickten Steuerverschiebungen dem Kapitalisten einen Anreiz gibt, seinen Leuten genug zu zahlen, kann der soviel machen, wie er will, mehr Produktion bedeutet mehr Arbeit, wenn dann aber jemand keine Lust mehr hat, mehr zu arbeiten, dann lässt er es und andere bisher Arbeitslose haben dann einen Job und ein Auskommen. Ich sehe kein Problem.
Nullsummenspiel also?

mehr Produktion bedeutet mehr Arbeit
Mehr Arbeit bedeutet mehr Produktion. Aber mehr Produktion kann auch anders realisiert werden, etwa durch Rationalisierung. Diese Rationalisierung muss entweder verhindert werden oder das auf menschlicher Arbeit aufbauende Steuersystem kriegt ein erhebliches Problem, auch dein steuerliches Perpetuum Mobile ist und bleibt Kapitalismus und damit Vernutzung menschlicher Arbeitsfähigkeit für einen Maß- und Endlosen Selbstzweck. Deine Konzeption hat nicht das Ziel, das Leben der Menschen angenehmer zu gestalten, sondern die Stabilität des Systems, das das Leben der Menschen ruiniert.
 

Lord Cracker

Gast
Mehr Arbeit bedeutet mehr Produktion. Aber mehr Produktion kann auch anders realisiert werden, etwa durch Rationalisierung. Diese Rationalisierung muss entweder verhindert werden oder das auf menschlicher Arbeit aufbauende Steuersystem kriegt ein erhebliches Problem, auch dein steuerliches Perpetuum Mobile ist und bleibt Kapitalismus und damit Vernutzung menschlicher Arbeitsfähigkeit für einen Maß- und Endlosen Selbstzweck. Deine Konzeption hat nicht das Ziel, das Leben der Menschen angenehmer zu gestalten, sondern die Stabilität des Systems, das das Leben der Menschen ruiniert.
Nur mal so am Rande gefragt: Du findest, dass Leben der Menschen ist in unserer Gesellschaft "ruiniert"? Echt?
 

Orestikon

Gast
Aus irgendeinem Grund sind viele Menschen ehrlich zu mir. Was da rum kommt, ist desaströs. Ich höre oft, dass ich der einzige Mensch bin, dem sie das anvertrauen können, ohne sich zu schämen.
Die müssen gar nicht erst verhungern. Die drei Modi des gesellschaftlichen Zusammenseins sind entweder Unehrlichkeit und Infantilismus, oder Grausamkeit gegen sich und andere, oder Verbitterung und Zynismus. Meine Generation (bin 23, mach plus/minus fünf Jahre daraus), die gerade die eigene Überflüssigkeit im Überfluss erlebt, hat sich selbst schon aufgegeben und vermutet ein Schicksal, in das sie sich fügt, anstelle das Leben in die eigene Hand zu nehmen. Angst vor'm Erwachsensein, das vom Alter her schon seit Jahren überfällig ist, oder aber ein Erwachsensein, das sie endlos deprimiert.

In aller Regel erlebt man die Flucht vor der Realität oder die Objektivierung des Subjekts, das Einfügen in das Ganze, das man insgeheim hasst, doch man traut sich nicht, das auch zu äußern.

Edit: Oder betrachte nur den Diktatur-Thread. Die Trostlosigkeit der Realität wird zum Drama. Die Realität wird als Verschwörung begriffen, das Leben als Theaterspiel, in dem man sich selbst als Protagonisten beobachtet, der immer wieder scheitert. Verschwörungstheoretiker scheinen sich der Welt hilflos ausgesetzt zu sehen und verfallen in eine ständige Hysterie, einzig und alleine, um dem Leben noch irgendetwas abzugewinnen. Das erleben wir dann jeden Sommer im Klimax des medial inszenierten Weltuntergangs durch Pandemie oder was einen sonst so ablenken kann.

Die Situation in anderen, ärmeren Ländern als Deutschland ist auch materiell miserabel, dazu muss ich wohl nichts mehr sagen. Der zynische Spruch, dass es den Leuten einfach an Ideen fehlt oder dass sie mal arbeiten gehen sollen, sollte am besten mit Bildern von Hunger und Armut gekontert werden, den hungrigen Massen in der Dritten Welt fehlen wohl einfach nur die Ideen und die Arbeit, daher auch die dünnen Ärmchen. Aber so viel Pathos muss man gar nicht erst auspacken, man könnte allerdings.
 
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Lord Cracker

Gast
Aus irgendeinem Grund sind viele Menschen ehrlich zu mir. Was da rum kommt, ist desaströs. Ich höre oft, dass ich der einzige Mensch bin, dem sie das anvertrauen können, ohne sich zu schämen.
Ich kenne keine Generation, als die jetzt 18-25jährigen, die beschützter, sicherer und "problemloser" aufgewachsen ist. Ich kenne aber auch keine Generation, die daraus nicht die komplette Selbstentmündigung und Passivität abgeleitet hätte, wie eben jene. Und ich denke, dass ist eher ein Zyklus, eine Zeitgeisterscheinung - die schnell wieder vorbei sein wird, sollte die Lage mal wieder "ernster" werden. Für mich klingt das hier alles immer nach enormen Gejammere auf höchstem Niveau - einem Niveau, um das uns 99,5% der Menschheit beneiden und uns zukünftige Generationen jederzeit wieder beneiden werden. Wir sind ganz oben, es kann fast nur noch abwärts gehen.

die gerade die eigene Überflüssigkeit im Überfluss erlebt, hat sich selbst schon aufgegeben und vermutet ein Schicksal, in das sie sich fügt, anstelle das Leben in die eigene Hand zu nehmen.
Warum auch immer sich diese Generation als "überflüssig" ansehen SOLLTE...
 

Orestikon

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Für mich klingt das hier alles immer nach enormen Gejammere auf höchstem Niveau - einem Niveau, um das uns 99,5% der Menschheit beneiden und uns zukünftige Generationen jederzeit wieder beneiden werden. Wir sind ganz oben, es kann fast nur noch abwärts gehen.
Eben, materiell fehlt einem nichts, in Deutschland muss nicht gehungert werden. Und trotzdem führen die Menschen kein Leben, sie lassen es dahinplätschern und verbieten sich, ihr Problem zu artikulieren, weil es ja für Gejammer gehalten werden könnte.

Warum auch immer sich diese Generation als "überflüssig" ansehen SOLLTE...
Weil sie es ist, außer um irgendwem die Rente zu zahlen.
 
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Lord Cracker

Gast
Eben, materiell fehlt einem nichts, in Deutschland muss nicht gehungert werden. Und trotzdem führen die Menschen kein Leben, sie lassen es dahinplätschern und verbieten sich, ihr Problem zu artikulieren, weil es ja für Gejammer gehalten werden könnte.
Aber das die Leute ihr Leben "dahinplätschern" lassen, ist doch DEREN Problem und keine Systemfrage. Gerade ob der materiell gesicherten Existenz sollten sich die mannigfaltigen Freiheiten zur persönlichen Entwicklung viel eher nutzen lassen.

Es gab keine Zeit, in der die Menschen auf so einer soliden Basis stehend das eigene Potential hätten entfalten können.

Weil sie es ist, außer um irgendwem die Rente zu zahlen.
Etwas dümmliche und einseitige Sichtweise. Man kann so viel mehr aus seinem Leben machen.
 

Jukuhu

Gast
Wir sind ganz oben, es kann fast nur noch abwärts gehen.



Warum auch immer sich diese Generation als "überflüssig" ansehen SOLLTE...
Oho, sprich mal mit einem Rentner. Leichenbeiräte in den Städten verhindern den Neubau von Kitas, Spielplätzen, Schulen, Jugendzentren... Doch, da kann man sich schon überflüssig und unerwünscht vorkommen.

Die Alten wollen nur erhalten und die sind in der überzahl - deswegen geht es auch abwärts :p
 

Orestikon

Gast
Aber das die Leute ihr Leben "dahinplätschern" lassen, ist doch DEREN Problem und keine Systemfrage. Gerade ob der materiell gesicherten Existenz sollten sich die mannigfaltigen Freiheiten zur persönlichen Entwicklung viel eher nutzen lassen.

Es gab keine Zeit, in der die Menschen auf so einer soliden Basis stehend das eigene Potential hätten entfalten können.
Siehst du: Die materielle Voraussetzung für den Kommunismus ist da. Aber die Zwänge des Marktes und des Selbstwertes legen den Schluss, das Leben nicht in der eigenen Hand zu haben und es deshalb auch nicht in die eigene Hand zu nehmen, sehr nahe.

Etwas dümmliche und einseitige Sichtweise. Man kann so viel mehr aus seinem Leben machen.
Was denn zum Beispiel? Yoga, 'ne Beziehung, Musik machen? Ein Beruf, der "einen erfüllt"? Warum muss man sich wohl erfüllen, "sich selbst verwirklichen", außer, weil man in Wirklichkeit leer und passiv ist?

Einseitigkeit nehme ich übrigens nicht als Vorwurf, eine Seite ist richtig, die andere falsch.

Dümmlich ist es in der Tat, nicht alle Verhältnisse umzuwerfen und das Leben in die eigenen Hände zu nehmen - Kommunismus - sondern sich zu fügen und passiv zu werden, aber diese Dümmlichkeit mache ich niemandem zum Vorwurf. Gerade dieser Vorwurf ist es ja, der es den Leuten verbietet, ihre Wünsche zu artikulieren und sie dann auch tatsächlich zu verwirklichen.
 

Lord Cracker

Gast
Was denn zum Beispiel? Yoga, 'ne Beziehung, Musik machen? Ein Beruf, der "einen erfüllt"? Warum muss man sich wohl erfüllen, "sich selbst verwirklichen", außer, weil man in Wirklichkeit leer und passiv ist?
Lass' uns doch mal konkret werden, dann ist das nicht immer so ein theoretisches Geschwurbel. Beschreib' mal, WAS ein erfülltes Leben sein könnte und dann schauen wir mal, ob dem ÜBERHAUPT irgendwas, außer der eigene Schiss, im Wege steht.