Kommunismus <---> Kapitalismus

Orestikon

Gast
Genau hier liegt doch ein großes Problem. Der Praxistest steht noch aus. Wir können hier alle schön unsere Vermutungen aufstellen und vielleicht auch ganz nett begründen, aber ein tatsächlicher Beweis lässt sich nicht erbringen.
Ja, das stimmt.

Meistens wird der "Praxistest" aber leider abgelehnt, mit der Begründung, dass der Praxistest noch aussteht.

Man erwartet sich dann vom kommunistischen Kritiker eine Antizipation einer theoretisch perfekten Gesellschaft (um dann kritisieren zu können, das wäre nur Utopie) und wenn der Kritiker lieber das behandelt, das in der Praxis in all seinen schädlichen Wirkungen bestens bekannt ist - der Kapitalismus - dann wischt man die Kritik damit weg, dass sie nicht konstruktiv ist, sondern den Kapitalismus gleich abschaffen will. :D

Naja, schon frustrierend. Und solange man nicht wirklich vor hat, etwas in der Praxis umzusetzen, kann man sich auch zu allem eine Meinung bilden. Ich bin mir in meiner Kritik am Kapitalismus und meiner Forderung danach, dass wir uns unsere Meinungen gleich sparen können, wenn der nicht weg ist, sehr sicher.

An dieser Stelle muss ich sagen, dass ich absolut der Meinung bin, dass der Kapitalismus einer schnellen Lösung des Energieproblems im Wege steht. Verstärkte Nutztung von regenerativen Energieformen ist nunmal teuer, da mit einem hohen Investitionsaufwand verbunden. In einem kommunistischen System würde es zumindest dieses Problem nicht geben. Man müsste dann allerdings jemanden finden der den Kram auch aufbaut. Da ja aber nicht alle Menschen permanent eine "Wieso ich und nicht er?" Einstellung haben, glaube ich dass sich da schon jemand findet.
Absolut. Selbst im Kapitalismus denken die Menschen nicht ausschließlich auf monetären Gewinn bedacht, sondern haben Visionen, die sie umsetzen wollen und Motivation, die sie nicht nur aus dem Geld beziehen.
Wieso manche Leute denken, dass die Leute alle aufhören würden, sich zu bewegen, wenn die Bewegung nicht mehr durch den Gedanken an Geld bestimmt wird, ist mir ein Rätsel. Sind wir Menschen wirklich derart phantasielos und langweilig? :D Ich denke doch nicht.

Nun, der große verfechter des Kapitalismus bin ich auch nicht, nur muss ich mich notgedrungen damit arrangieren. Mir wärs auch lieber wenn ich morgen nach der Schule nicht arbeiten müsste. Wenn jemand nen Weg gefunden hat die Zustände zu ändern oder zumindest mal für eine allgemeine Bereitschaft dafür sorgt, bin ich der letzte der sich dagegen wehren würde.
Mehr kann man gar nicht erwarten. Es stimmt ja, Kommunismus steht nicht auf dem Programm. Aber wer weiß, was sich noch ändert.

Leider muss der Speck irgendwo herkommen. Wenn alle Maden sind, wird nicht mehr produziert. Viele müssten arbeiten, aber das würden die wenigsten tun wollen.

Oder aber, woher kommen Konsumgüter? Denn wenn wir aus kapitalistischen Zeiten eine Fernseherfabrik haben, würde ich trotzdem nicht dauernd Fernseher bauen, wenn ich nur einen davon für mich selber habe.
Auf das und andere Inhalte möchte ich nicht weiter eingehen, weil es pure Mutmaßung und Projektion ist.

Nein. Es gab genug Staaten ohne Kapital.
Stimmt. Der Punkt ist ja auch umgekehrt: Ohne Staat kein Kapital, nicht in beide Richtungen.

Was ein Totschlagargument. Ich verpflichte zu garnichts, ich will dir nur helfen.
Was ist daran ein Totschlagargument? Ich möchte wirklich nicht, dass die Menschen der Zukunft die Ideen der Toten der Vergangenheit auf ihrem Rücken tragen müssen.
Das ist nämlich heute schon ein wesentlicher Teil unserer Probleme.

Ich rede nicht von jedem, aber viele Menschen sind faul.
Das macht gar nichts. Kaum ein Mensch ist so faul, dass er gar nicht arbeiten würde.

Ein Staat kann mit Strafe Leute davon abhalten.
Nein, kann er nicht, er kann immer nur nachträglich strafen, nachdem die Tat bereits begangen wurde.
Die Strafandrohung mag den einen oder anderen potentiellen Täter abschrecken, ja, aber gerade Verbrechen aus Leidenschaft oder Selbstwert, die immer wieder angeführt werden wenn es um die Frage nach den materiellen Gründen der Kriminalität geht, werden davon kaum berührt, denn hier findet offenbar keine vernünftige Abwägung der Konsequenzen mehr statt.
Weder Strafandrohung noch Strafe noch Polizei verhindern Gewalttaten. Die einzigen, die das verhindern können, sind Menschen, die zufällig in der Nähe sind.
 

Karl.

Gast
Genau hier liegt doch ein großes Problem. Der Praxistest steht noch aus. Wir können hier alle schön unsere Vermutungen aufstellen und vielleicht auch ganz nett begründen, aber ein tatsächlicher Beweis lässt sich nicht erbringen.
naja, es lässt sich insofern beweisen, als es einfach schon emanzipatorische bestrebungen gegeben hat.

die bloße tatsache, dass die menschen subjekte sind und somit zu dem schluss gelangen können, dass die kapitalistische produktionsweise mitsamt überbau etwas höchst schädliches ist und sich den zweck setzen können, dass sie anders leben wollen, genügt als das, was du als beweis bezeichnen würdest.

es beweisen zu wollen, hieße die menschen zu funktionalisieren und damit läge man genau der bürgerlichen denke auf, die man ja abschaffen will.
 

Garlan der Kavalier

Gast
Man erwartet sich dann vom kommunistischen Kritiker eine Antizipation einer theoretisch perfekten Gesellschaft (um dann kritisieren zu können, das wäre nur Utopie) und wenn der Kritiker lieber das behandelt, das in der Praxis in all seinen schädlichen Wirkungen bestens bekannt ist - der Kapitalismus - dann wischt man die Kritik damit weg, dass sie nicht konstruktiv ist, sondern den Kapitalismus gleich abschaffen will. :D
Und sie will den Staat abschaffen, aber wenn man nicht weiß, was danach kommt, bleibe ich lieber beim Status Quo.

Naja, schon frustrierend. Und solange man nicht wirklich vor hat, etwas in der Praxis umzusetzen, kann man sich auch zu allem eine Meinung bilden. Ich bin mir in meiner Kritik am Kapitalismus und meiner Forderung danach, dass wir uns unsere Meinungen gleich sparen können, wenn der nicht weg ist, sehr sicher.
Du kannst deine Meinung gerne haben, aber ich bin der Mwinung, dass eine staatslose Gesellschaft nicht funktioniert.


Absolut. Selbst im Kapitalismus denken die Menschen nicht ausschließlich auf monetären Gewinn bedacht, sondern haben Visionen, die sie umsetzen wollen und Motivation, die sie nicht nur aus dem Geld beziehen
Klar, es gibt immer Leute, die auch so arbeiten. Aber z. B. Fließbandjobs würden die wenigsten übernehmen. Und auch viele andere würden zumindest ihren Aufwand herunterfahren.

Wieso manche Leute denken, dass die Leute alle aufhören würden, sich zu bewegen, wenn die Bewegung nicht mehr durch den Gedanken an Geld bestimmt wird, ist mir ein Rätsel. Sind wir Menschen wirklich derart phantasielos und langweilig? :D Ich denke doch nicht.
Sie würden aufhören zu arbeiten, weil ihnen das nicht gut gefällt.

Auf das und andere Inhalte möchte ich nicht weiter eingehen, weil es pure Mutmaßung und Projektion ist.
Das stimmt so nicht, das ist eine* wichtige Frage.

*Bzw. zwei

Stimmt. Der Punkt ist ja auch umgekehrt: Ohne Staat kein Kapital, nicht in beide Richtungen.
Das heißt, wenn ich dir ein Staats- und Gesellschaftsmodell gebe, das kein Privateigentum kennt, würdest du es nicht per se ablehnen?


Was ist daran ein Totschlagargument? Ich möchte wirklich nicht, dass die Menschen der Zukunft die Ideen der Toten der Vergangenheit auf ihrem Rücken tragen müssen.
Das ist nämlich heute schon ein wesentlicher Teil unserer Probleme.
Ich will ihnen ja auch nichts vorschreiben. Ich würde aber nicht wollen, dass sie darunter leiden, dass ideologisch motivierte Leute ihnen den Kommunismus eingbrockt haben, der nicht funktioniert. Gib mir ein funktionsfähiges Modell, und spätere Leute können es übernehmen, oder es abwandeln.


Das macht gar nichts. Kaum ein Mensch ist so faul, dass er gar nicht arbeiten würde.
Oh doch. Müßiggang geht immer noch.

Nein, kann er nicht, er kann immer nur nachträglich strafen, nachdem die Tat bereits begangen wurde.
Die Strafandrohung mag den einen oder anderen potentiellen Täter abschrecken, ja, aber gerade Verbrechen aus Leidenschaft oder Selbstwert, die immer wieder angeführt werden wenn es um die Frage nach den materiellen Gründen der Kriminalität geht, werden davon kaum berührt, denn hier findet offenbar keine vernünftige Abwägung der Konsequenzen mehr statt.
Auch, wer ohne Vernunft handelt, hat Angst vor Strafe, und dann gibt es noch Leute, die sich gerne schlagen, bin heute welchen begegnet, und außerdem kann Polizei verhindern, dass Konflikte eskalieren.

die bloße tatsache, dass die menschen subjekte sind und somit zu dem schluss gelangen können, dass die kapitalistische produktionsweise mitsamt überbau etwas höchst schädliches ist und sich den zweck setzen können, dass sie anders leben wollen, genügt als das, was du als beweis bezeichnen würdest.
Es gibt auch Leute, die wollen in einer Monarchie leben. Und jetzt?
 

Orestikon

Gast
Du kannst deine Meinung gerne haben, aber ich bin der Mwinung, dass eine staatslose Gesellschaft nicht funktioniert.
Weiß ich doch schon.

Auch, wer ohne Vernunft handelt, hat Angst vor Strafe, und dann gibt es noch Leute, die sich gerne schlagen, bin heute welchen begegnet, und außerdem kann Polizei verhindern, dass Konflikte eskalieren.
Wie in Rostock-Lichtenhagen, damals? Pogrom vor den Augen der Polizei, und hinterher ging's um die Rehabilitierung des Ansehens der Volksgemeinschaft und nicht um eine Verhinderung weiterer solcher Taten.
Oder Prügeleien an videoüberwachten Orten? Videokameras stellen Strafverfolgung sicher, aber scheinen Gewalttaten trotzdem nicht zu verhindern.
Was ist mit Gefängnissen? Krimalität und Gewalt direkt unter der Nase der Polizei.
Noch besser: Gewalt und Kriminalität innerhalb der Polizei. Neulich wurde ein Großdealer mit 10kg Koks hochgenommen. In den Medien war von einem Kilogramm die Rede.
 
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Lord Cracker

Gast
Strafverfolgung sicher, aber scheinen Gewalttaten trotzdem nicht zu verhindern.
Was ist mit Gefängnissen? Krimalität und Gewalt direkt unter der Nase der Polizei.
Noch besser: Gewalt und Kriminalität innerhalb der Polizei. Neulich wurde ein Großdealer mit 10kg Koks hochgenommen. In den Medien war von einem Kilogramm die Rede.
Wie schwach das Argument mit der Kriminalität ist, sieht man doch alleine daran, wenn man mal die Anzahl der tatsächlichen Straftaten mit jenen die hätten passieren KÖNNEN gegenüber stellt.

Wie viele liebe Omas schaffen es lebend aus Parkhäusern, obwohl sie leicht überfallen werden KÖNNTEN?

Wie viele Frauen werden nachts im Park NICHT vergewaltigt? Obwohl des gar kein Hindernis gibt?

Wie viele Tankstellen werden NICHT überfallen, obwohl da nachts der Tankwart gar nicht hinter Panzerglas sitzt und auch keinerlei Motivation hätte, einen Überfall zu verhindern? Warum machen sich die Tankwarte nicht selbst nachts die Taschen mit Snickers voll? So viele fette Tankstellenangestellte gibt es ja gar nicht, wie es Tankstellenangestellte mit Möglichkeiten zum Snickers-Klau gibt!

Es ist halt doch ein Eingeständnis des sich permanent selbst wiederholenden Misanthropen, dass er sich halt nicht im Griff hätte und bei jeder Gelegenheit all das vorgenannte tun würde. Oder er steht nicht auf Frauen nachts im Park, hat eine positive Beziehung zu seiner Oma gehabt und war nie Tankstellenangestellter.
 

Garlan der Kavalier

Gast
Wie schwach das Argument mit der Kriminalität ist, sieht man doch alleine daran, wenn man mal die Anzahl der tatsächlichen Straftaten mit jenen die hätten passieren KÖNNEN gegenüber stellt.
Erstmal stellt sich die Frage: Woran liegt das?

Wie viele liebe Omas schaffen es lebend aus Parkhäusern, obwohl sie leicht überfallen werden KÖNNTEN?

Wie viele Frauen werden nachts im Park NICHT vergewaltigt? Obwohl des gar kein Hindernis gibt?
Weil sie es bei der Polizei anzeigen könnten.

Es ist halt doch ein Eingeständnis des sich permanent selbst wiederholenden Misanthropen, dass er sich halt nicht im Griff hätte und bei jeder Gelegenheit all das vorgenannte tun würde.
Wenn ich das tun wollen würde, wäre ich garantiert zu feige, um es durchzuziehen, in Anbetracht der möglichen Strafe.:)

Oder er steht nicht auf Frauen nachts im Park, hat eine positive Beziehung zu seiner Oma gehabt und war nie Tankstellenangestellter.
:eek:8-)
 

Lord Cracker

Gast
Erstmal stellt sich die Frage: Woran liegt das?
Vielleicht für Dich, aber das sind wir ja gewöhnt.

Weil sie es bei der Polizei anzeigen könnten.
Und? Eine Anzeige ist noch kein "erwischt werden". "Herr Wachtmeister, da hat mich ein Typ überfallen!" "Wie sah er aus?" "Schwarze Lederkombi, ungefähr soooo groß und Sturmhaube auf!" "Jau, den kriegen wir...."

Wenn ich das tun wollen würde, wäre ich garantiert zu feige, um es durchzuziehen, in Anbetracht der möglichen Strafe.:)
Feige bist Du auch noch? Ein feiger Misanthrop?
 

Garlan der Kavalier

Gast
Vielleicht für Dich, aber das sind wir ja gewöhnt.
Vielleicht hinterfragt ihr auch mal ein paar Sachen.

Und? Eine Anzeige ist noch kein "erwischt werden". "Herr Wachtmeister, da hat mich ein Typ überfallen!" "Wie sah er aus?" "Schwarze Lederkombi, ungefähr soooo groß und Sturmhaube auf!" "Jau, den kriegen wir...."
Die Strafverfolgung wird besser. Jeder Verbrecher geht ein Risiko.


Feige bist Du auch noch? Ein feiger Misanthrop?
Ich bin kein Misanthrop, aber ja, feige.:p
 

Orestikon

Gast
Wie schwach das Argument mit der Kriminalität ist, sieht man doch alleine daran, wenn man mal die Anzahl der tatsächlichen Straftaten mit jenen die hätten passieren KÖNNEN gegenüber stellt.
Das Argument in der Art hört man an so vielen Stellen.

Zum Beispiel: Kapitalismus ist doch besser als alles andere, ein Hartz4-Empfänger lebt heute besser und länger als ein Adliger um 600 n.Chr.

Abgesehen davon, dass dieses Argument falsch ist, ist es auch sehr entlarvend, welche Vergleiche man anstellen muss, um diesem System noch etwas gutes abzugewinnen. AIDS ist doch gar nicht so schlimm, verglichen mit Ebola zumindest.

Der Punkt ist bei diesem Argument auch, dass man den Fortschritt auch ohne die Armut hätte haben können. Aber das nur nebenbei.

Es ist halt doch ein Eingeständnis des sich permanent selbst wiederholenden Misanthropen, dass er sich halt nicht im Griff hätte und bei jeder Gelegenheit all das vorgenannte tun würde. Oder er steht nicht auf Frauen nachts im Park, hat eine positive Beziehung zu seiner Oma gehabt und war nie Tankstellenangestellter.
Das ist zu vermuten, aber in einem vernünftigen Gespräch spielt es kaum eine Rolle, weil es schwer zu beweisen ist.
Ich wundere mich aber auch manchmal, ob etwas mit mir nicht stimmt, weil ich mich nicht ständig unter Kontrolle halten muss, die nächstbeste Frau zu vergewaltigen und mich am Besitz anderer Menschen zu bedienen. Offenbar denke ich ständig an die mögliche Strafe und hätte mich ansonsten nicht im Griff, scheine das aber gar nicht zu merken.
 
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Garlan schrieb:
Das heißt, wenn ich dir ein Staats- und Gesellschaftsmodell gebe, das kein Privateigentum kennt, würdest du es nicht per se ablehnen?
Wie großzügig! Aber gib dir nicht sinnlos Mühe: Selbstverständlich würden "wir" ein Staatsmodell ablehnen, das kein Privateigentum kennt (ich glaub aber nicht, dass es sowas gibt) und ein Gesellschaftsmodell, das kein Privateigentum kennt würden "wir" auch nicht mit Hurra begrüßen, ohne die anderen Parameter zu kennen. Könnte ja zum Beipiel so ein merkwürdiger Sektiererclub sein, oder ein christlicher Großorden.

Es geht nicht um einen bestimmten Teilaspekt, sondern um das einzig wahre Rundumsorglospaket, bestehend aus den Parametern

0. keine Herrschaft von irgendwem über irgendwen
1. gemeinsames Eigentum an den Produktionsmitteln
2. gemeinschaftliche Bedarfsproduktion ohne Mehrwertgenerierung
3. Kein Kapital
4. Entfall Staat als Schutzmacht des Kapitals
5. Entfall Privatbesitz
 

Garlan der Kavalier

Gast
Wie großzügig! Aber gib dir nicht sinnlos Mühe: Selbstverständlich würden "wir" ein Staatsmodell ablehnen, das kein Privateigentum kennt (ich glaub aber nicht, dass es sowas gibt) und ein Gesellschaftsmodell, das kein Privateigentum kennt würden "wir" auch nicht mit Hurra begrüßen, ohne die anderen Parameter zu kennen.
Deswegen rede ich von " nicht per se ablehnen" und nicht von "sofort eine Revolution dafür durchführen". :rolleyes:

0. keine Herrschaft von irgendwem über irgendwen
1. gemeinsames Eigentum an den Produktionsmitteln
2. gemeinschaftliche Bedarfsproduktion ohne Mehrwertgenerierung
3. Kein Kapital
4. Entfall Staat als Schutzmacht des Kapitals
5. Entfall Privatbesitz
Ohne Punkt 0 geht es leider nicht, wärst du bei Punkt 4 auch damit zufrieden, einen neuen Staat zu etablieren, der nicht Schutzmacht des Kapitals, sondern der Menschen ist?
 

Orestikon

Gast
Was ist ein Staat? Ein Gewaltapparat. Was sagen Staatsidealisten, was ein Staat umsetzt? Den Willen der Menschen. Den Willen der Menschen wozu? Frieden und Sicherheit, denn sonst wäre der Gewaltapparat ja auch ein Unterdrückungsapparat.

Die Menschen wollen also Frieden und Sicherheit. Wenn es aber keinen Gewaltapparat gibt, der ihnen Frieden und Sicherheit aufzwingt, laufen die Menschen Amok und es gibt keinen Frieden und keine Sicherheit. Wollen die Menschen jetzt Frieden und Sicherheit oder muss man sie erst dazu zwingen, es zu wollen?

Wie man es auch dreht und wendet, Staaten sind Unsinn.

Dass du dir nicht vorstellen kannst, dass Menschen auch ohne Gewaltmonopol zu strukturierten Entscheidungen finden können, ist kein Argument, auf das man groß eingehen müsste. Dass es "ohne Herrschaft nicht geht" ist eben dein ganz höchstpersönlicher Glaubenssatz, den du aus deiner Erfahrung mit dir selbst ableitest und zur "Meinung" adelst, und in Glaubensfragen will ich mich nicht einmischen.

Die Antwort ist also: Nein, wir wollen keinen Stalinismus, keinen Realsozialismus und auch sonst keinen Staat.
 
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Garlan der Kavalier

Gast
Was ist ein Staat? Ein Gewaltapparat. Was sagen Staatsidealisten, was ein Staat umsetzt? Den Willen der Menschen. Den Willen der Menschen wozu? Frieden und Sicherheit, denn sonst wäre der Gewaltapparat ja auch ein Unterdrückungsapparat.

Die Menschen wollen also Frieden und Sicherheit. Wenn es aber keinen Gewaltapparat gibt, der ihnen Frieden und Sicherheit aufzwingt, laufen die Menschen Amok und es gibt keinen Frieden und keine Sicherheit. Wollen die Menschen jetzt Frieden und Sicherheit oder muss man sie erst dazu zwingen, es zu wollen?
Man muss sie dabei unterstützen, denn der Mensch ist nicht perfekt, und vor denen schützen, die es nicht wollen


Dass du dir nicht vorstellen kannst, dass Menschen auch ohne Gewaltmonopol zu strukturierten Entscheidungen finden können, ist kein Argument, auf das man groß eingehen müsste. Dass es "ohne Herrschaft nicht geht" ist eben dein ganz höchstpersönlicher Glaubenssatz, den du aus deiner Erfahrung mit dir selbst ableitest und zur "Meinung" adelst, und in Glaubensfragen will ich mich nicht einmischen.
Ich leite das aus den Aussaen von Bekannten ab, aus der Geschichte usw.
 
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Naja, das nicht. Das muss gar nicht sein, niemand will deine Zahnbürste. :p
ich hatte schon überlegt, genauer zu formulieren, was ich unter "Privatbesitz" verstehe: Unter "Privatbesitz" verstehe ich einen Besitz, der anderen qualitativ nicht zugänglich ist. So ein ganz privater Privatbesitz schafft ja wieder Macht, Status, schafft Unfrieden und die ganze Idee wäre beim Teufel.

Mit Privatbesitz meine ich nicht einen persönlichen Anteil am Gemeinschaftsbesitz. Wenn Zahnbürsten gebraucht werden, dann werden Zahnbürsten solange produziert, bis der Bedarf gedeckt ist, bis also jeder der ne eigene Zahnbürste haben möchte auch eine hat. Entsteht neuer Bedarf werden neue Zahnbürsten produziert usw., aber das brauche ich dir ja nicht zu erklären. Das geht übrigens auch mit nem iphone 5.
Ein sozusagen unzulässiger Privatbesitz ergäbe sich, wenn eine limitierte Auflage von z.B. vergoldeten Zahnbürsten produziert würde, die nur einem bestimmte kreis zur Verfügung stünde, der damit automatisch zur Zahnbürstenelite gehören würde, usw. u know, i know...
 
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FightingSnake

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naja, es lässt sich insofern beweisen, als es einfach schon emanzipatorische bestrebungen gegeben hat.
Und wo genau ist da jetzt ein Beweis?

die bloße tatsache, dass die menschen subjekte sind und somit zu dem schluss gelangen können, dass die kapitalistische produktionsweise mitsamt überbau etwas höchst schädliches ist und sich den zweck setzen können, dass sie anders leben wollen, genügt als das, was du als beweis bezeichnen würdest.
Kann das sein dass wir hier grad nicht so ganz über das selbe Thema reden? Irgendwie hat das grad nicht arg viel mit dem zutun was ich so geschrieben habe.

es beweisen zu wollen, hieße die menschen zu funktionalisieren und damit läge man genau der bürgerlichen denke auf, die man ja abschaffen will.
Oder es heißt einfach nur dass man mal den Praxistest startet....
 
Ich lehne Personenkult (siehe hierzu u.a. O) grundsätzlich für den Fall ab, dass jemand anderer als ich das Objekt ist. Dennoch sei hier verwiesen auf die kleine Zeile eines Herrn O., eine geniale Sentenz, die das Problem auf den Punkt bringt:
Meistens wird der "Praxistest" aber leider abgelehnt, mit der Begründung, dass der Praxistest noch aussteht.
Die Lösung ist leider nicht "dass man mal den Praxistest startet", das ist vereinzelt schon geschehen. Die crux liegt darin, dass du dich zwar an jeder Ecke mit deinem Privatkapitalismus selbstständig machen kannst, aber nicht an jeder Ecke mit deiner Privatanarchie, deren grundsätzliche Idee die "Gleichrechtlosigkeit" ist (nicht: Gleichberechtigung!) aller Menschen ist. Dieses System in einem bestehenden, auf Macht und Rechte basierenden, kapitalorientiertem System installieren zu wollen bedeutet für einige, liebgewonnene Vorteile (das sind Lebensannehmlichkeiten, die man anderen voraus hat, deren besonderer Reiz genau darin besteht, dass sie andere nicht haben) wieder aufgeben zu müssen und das tut sehr weh. So weh, dass sich die Betroffenen dagegen mit Händen und Füßen und leider nicht nur damit, sondern mit dem staatlichen Gewaltmonopol dagegen wehren.

Solange meine Gedanken noch halbwegs frei sind, kann ich mit der Idee spielen, an eine Umsetzbarkeit glaube ich selber nicht, sonst hätte ich schon begonnen.
 
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Garlan der Kavalier

Gast
Mir hat sich letztens eine Frage gestellt.

Es heißt ja, dass im Kapitalismus Geld/Wert verloren geht, was man im Kommunismus nutzen könnte. Aber wo ist dieser Wert jetzt? Überall Krisen, wo ist das Geld?
 

Lord Cracker

Gast
Mir hat sich letztens eine Frage gestellt.

Es heißt ja, dass im Kapitalismus Geld/Wert verloren geht, was man im Kommunismus nutzen könnte. Aber wo ist dieser Wert jetzt? Überall Krisen, wo ist das Geld?
Wahrscheinlich ist es, wie angeführt, verloren gegangen o_O

Andererseits haben wir vieles, aber keinen Mangel an Geld. Da Zinsen der Preis fürs Geld sind und die Zinsen überall auf Tiefstständen sind (außer für die Griechen) ist mehr Geld vorhanden als benötigt wird. Deswegen spricht man übrigens von einer Inflationsgefahr. Ich nehme an, Wirtschaftswissenschaften sind Dein Kerngebiet.