Veränderung der Rechtschreibung durch "die Linke"

Lord Cracker

Gast
Also ich habe ziemlich viel beim Lesen gelacht. Vielleicht hab ich einfach einen seltsamen Humor. Vielleicht hatte Orwell ja den selben Humor, kann ihn leider grade nicht fragen. :D
Ich lache auch meist über Deine Posts, vermute aber keine humoristische Intention Deinerseits. Aber in der Literatur haben wir ja bekanntermaßen den "Simpson lol'd"-Wert. Ist der hoch genug, MUSS es wohl eine Parodie sein.

Es ist schon stark überzeichnend, wenn jemand sich hinstellt, sagt "Krieg ist Frieden."
Ähnlich stark überzeichnet wie sich hinzustellen und "Arbeit macht frei" an ein KZ zu schreiben? Die Nazis wollten ein wenig überzeichnen?

Aber dadurch lernt man sehr gut, wie stark ein totalitärer Staat die Meinung seiner Bürger kontrolliert.
Man lernt eher, wie Sprache das Denken beeinflusst. Lies das Buch lieber nochmal wenn Du reifer bist.
 

simpsons3

Gast
Ich lache auch meist über Deine Posts, vermute aber keine humoristische Intention Deinerseits. Aber in der Literatur haben wir ja bekanntermaßen den "Simpson lol'd"-Wert. Ist der hoch genug, MUSS es wohl eine Parodie sein.
So in etwa. Mir war nicht ganz klar, dass es da einen Fachbegriff für gibt.

Ähnlich stark überzeichnet wie sich hinzustellen und "Arbeit macht frei" an ein KZ zu schreiben? Die Nazis wollten ein wenig überzeichnen?
Nein, bei denen wars Ideologie. Die waren tatsächlich der Meinung, dass ein Volk, so es denn fleißig genug ist, durch Arbeit an Freiheit kommt. Wohlgemerkt: Panzer bauen ist auch Arbeit!

Man lernt eher, wie Sprache das Denken beeinflusst. Lies das Buch lieber nochmal wenn Du reifer bist.
Wer muss den hier nochmal nachlesen? Neusprech ist eindeutig ein humoristisches Element.

Es ist gar nicht möglich, dass Sprache das Denken beeinflusst. Das würde darauf hinauslaufen, dass Sprache schon immer existiert hat, dem ist aller Wahrscheinlichkeit nicht so. Die Menschen hatten schon immer Gedanken, aber erst spät gab es auch die Worte, um die Gedanken auszudrücken.

Nicht zu vergessen: Für uns alltägliche Begriffe - Solidarität, Rechtsstaat, Religionsfreiheit, Individualismus, Parlament, liberal, Transgender, Euphemismus - gab es vor einiger Zeit noch gar nicht, oder zumindest nicht in der heutigen Bedeutung. Irgendjemand hat sich das entsprechende Gedankenkonstrukt ausgedacht und sich dann gefragt "Wie könnte man eine gewählte Volksvertretung denn nennen?" Niemand hat sich erst das Wort "Parlament" ausgedacht und sich dann gefragt, was denn dahinter stecken soll.

Gedanken brauchen keine Sprache.
 

simpsons3

Gast
Wie sprichst du denn ohne Gedanken?

Ist wie mit dem Huhn und dem Ei. Die Gedanken sind die Eier.
 

Lord Cracker

Gast
Die Frage ist weiterhin unbeantwortet. Ist es so schwer? In welcher Sprache denkst Du?
 

Garlan der Kavalier

Gast
Ich glaube, die Frage ist eher, ob es so relevant ist.
 

simpsons3

Gast
Die Frage ist weiterhin unbeantwortet. Ist es so schwer? In welcher Sprache denkst Du?
Ich kanns dir gar nicht sagen. Ja, es ist so schwer. Den Großteil meiner Denkarbeit leiste ich ohne Sprache. Du vermutlich auch. Nur sowas weiß ich halt nicht. Dafür müssten wir zuerst mal definieren, was das Denken überhaupt ist.
Die grundsätzlichen Lebensfunktionen wie z. B. Atmen, Herzschlag, Erektion, Lidbewegungen ect. geschehen völlig ohne bewussten Gedanken. Trotzdem ist in gewisser Weise fast immer ein Gedanke daran beteiligt. Woher soll ich aber wissen, in welcher "Sprache" diese Gedanken erfolgen.
Dann gibts nach Gewohnheiten. Ich denke nie bewusst darüber nach, welche Taste ich gerade anschlage. Ich denke darüber nach, welchen Text ich schreiben will (das geschieht natürlich auf deutsch, ich will den Text ja in deutsch verfassen), aber ich denke nie darüber nach, wie ich dafür meine Finger bewegen muss, damit der Text auch in den PC "übertragen" wird. Genauso denke ich in den meisten Fällen nicht bewusst darüber nach, wie man denn ein Wort schreibt. Für solche Dinge braucht es ebenfalls keine bewussten Gedanken, ich habe auch hier keine Ahnung, in welcher Sprache mein Hirn denkt.
Instinkte sind auch ein großes Thema. Es riecht nach Fürzen - halte ich mir halt die Nase zu. Darüber denke ich nicht in irgendeiner Sprache nach. Visuelle Effekte: Kommt ein Mädel in kurzem Rock vorbei, schau ich halt hinterher, ebenfalls ohne bewussten Gedanken, halt instinktiv.

Das bewusste Denken, ... Seltsam sowas. Keine Ahnung, in welcher Sprache ich denke. Ich formuliere meine Gedanken auf deutsch (Standartverwaltungsnormfachsprache, gelegentlich gesprochenes Deutsch) - oder gelegentlich auf mathematisch oder auch visuell. Aber bewusst nutze ich keine Sprache dazu. Wenn ich irgendetwas denke, für das es kein Wort gibt, denke ich mir halt eins aus.

Kannst du irgendwie belegen, dass ich eine Sprache brauche, um Gedanken zu haben?
 
Ich kanns dir gar nicht sagen. Ja, es ist so schwer. Den Großteil meiner Denkarbeit leiste ich ohne Sprache. Du vermutlich auch. Nur sowas weiß ich halt nicht. Dafür müssten wir zuerst mal definieren, was das Denken überhaupt ist.
Die grundsätzlichen Lebensfunktionen wie z. B. Atmen, Herzschlag, Erektion, Lidbewegungen ect. geschehen völlig ohne bewussten Gedanken. Trotzdem ist in gewisser Weise fast immer ein Gedanke daran beteiligt. Woher soll ich aber wissen, in welcher "Sprache" diese Gedanken erfolgen.
Dann gibts nach Gewohnheiten. Ich denke nie bewusst darüber nach, welche Taste ich gerade anschlage. Ich denke darüber nach, welchen Text ich schreiben will (das geschieht natürlich auf deutsch, ich will den Text ja in deutsch verfassen), aber ich denke nie darüber nach, wie ich dafür meine Finger bewegen muss, damit der Text auch in den PC "übertragen" wird. Genauso denke ich in den meisten Fällen nicht bewusst darüber nach, wie man denn ein Wort schreibt. Für solche Dinge braucht es ebenfalls keine bewussten Gedanken, ich habe auch hier keine Ahnung, in welcher Sprache mein Hirn denkt.
Instinkte sind auch ein großes Thema. Es riecht nach Fürzen - halte ich mir halt die Nase zu. Darüber denke ich nicht in irgendeiner Sprache nach. Visuelle Effekte: Kommt ein Mädel in kurzem Rock vorbei, schau ich halt hinterher, ebenfalls ohne bewussten Gedanken, halt instinktiv.

Das bewusste Denken, ... Seltsam sowas. Keine Ahnung, in welcher Sprache ich denke. Ich formuliere meine Gedanken auf deutsch (Standartverwaltungsnormfachsprache, gelegentlich gesprochenes Deutsch) - oder gelegentlich auf mathematisch oder auch visuell. Aber bewusst nutze ich keine Sprache dazu. Wenn ich irgendetwas denke, für das es kein Wort gibt, denke ich mir halt eins aus.

Kannst du irgendwie belegen, dass ich eine Sprache brauche, um Gedanken zu haben?
Au, au, au. Atmen, der Herzschlag, Lippenbewegung, 100. Muskeln sogar bei Laufen, bei alle diesen Sachen denkst du nicht.
Und wenn du einem Mädel im kurzen Rock hinterher guckst, ist nur das "ulalla" in deinem Kopf denken. Der Rest nicht.

Wenn du denkst, dann behandelst du bewusst eine Thema im Kopf. Alles, wo du nicht überlegen (nachdenken; har, har) musst, ist kein denken.
Atmen nicht, uns zu ‚erklärenversuchen’, wie du ohne Sprache denken kannst, ist denken ;)

Du denkst im übrigen in Deutsch. Nehme ich mal an. Außer du hast eine andere Muttersprache, lebst da, wo man den ganzen tag nur Englisch spricht ... ect.
 

Zimmermädchen

Gast
Au, au, au. Atmen, der Herzschlag, Lippenbewegung, 100. Muskeln sogar bei Laufen, bei alle diesen Sachen denkst du nicht.
Naja, als naturblondine muss ich ständig ans Atmen denken. Aber auch bewusste Mimik und Gestik spielen im alltäglichen Theater eine wichtige Rolle. Es geht ja nicht darum was ein Mann denkt, wenn der Minirock an ihm vorbei weht
 
Naja, als naturblondine muss ich ständig ans Atmen denken. Aber auch bewusste Mimik und Gestik spielen im alltäglichen Theater eine wichtige Rolle. Es geht ja nicht darum was ein Mann denkt, wenn der Minirock an ihm vorbei weht
Du denkst also auch im Schlaf ans Atmen?;
Wir spielen natürlich alle und ununterbrochen professionell Theater...;
Genau: Er denkst ja nicht an das umdrehen.
 

simpsons3

Gast
Au, au, au. Atmen, der Herzschlag, Lippenbewegung, 100. Muskeln sogar bei Laufen, bei alle diesen Sachen denkst du nicht.
Mein Kopf steuert die notwendigen Bewegungsabläufe.
Btw: lol, fail!

Du denkst im übrigen in Deutsch. Nehme ich mal an. Außer du hast eine andere Muttersprache, lebst da, wo man den ganzen tag nur Englisch spricht ... ect.
Ich lebe da, wo man den ganzen Tag gebrochenes Deutsch spricht, und ich arbeite da, wo man den ganzen Tag Standardverwaltungsnormfachsprache spricht. Erzogen wurde ich in eben jenem gebrochenen Deutsch, aka "Muuselfrängkisch". Beides schöne Sprachen, ernsthaft. Aber beide nicht zur Kommunikation geeignet. Muuselfrängkisch hat den Nachteil, dass es viele verschiedene Varianten davon gibt und dass es voll gespickt ist mit Fachbegriffen (z. B. "allegoaren"), Standardverwaltungsnormfachsprache wird von kaum jemanden verstanden, geschweige denn gesprochen.


Die Tatsache, dass ich derartige Gedankengänge - die ja auch gar nicht immer im eigentlichen Denkprozess entstehen, sowas wie "Holocaust = Schlecht" muss ich nicht bewusst denken, sowas ist einfach Instinkt - auf Deutsch formuliere, heißt nicht, dass ich ohne Sprache nicht denken kann. Wo wir wieder bei meiner - von Cracker noch nicht beantworteten - Frage wären: Bevor die Menschen das Sprechen lernten, konnten sie also nicht denken?
Wie gesagt, wenn es ein Wort nicht gibt - im Neusprech wäre "Demokratie" so ein Kandidat -, dann denke ich mir halt eins aus. Aber irgendwie sind ja auch die Griechen damals auf den Gedanken gekommen, selber zu entscheiden.

@ Bela:
Ist seit Darwin anerkannter Standard der Evolutionswissenschaften.
Wundert mich, dass SPON erst 2006 auf die Lösung kam.
Du kannst natürlich auch Wörter umdefinieren: Wenn ein Hühnerei ein Ei ist, das von einem Huhn gelegt wurde, dann war das Huhn zuerst da. Ansonsten war das Ei zuerst da.
 
Mein Kopf steuert die notwendigen Bewegungsabläufe.
Genau! Du denkst gar nicht drüber nach.
Haha :D; der schon!

Ich lebe da, wo man den ganzen Tag gebrochenes Deutsch spricht, und ich arbeite da, wo man den ganzen Tag Standardverwaltungsnormfachsprache spricht. Erzogen wurde ich in eben jenem gebrochenen Deutsch, aka "Muuselfrängkisch". Beides schöne Sprachen, ernsthaft. Aber beide nicht zur Kommunikation geeignet. Muuselfrängkisch hat den Nachteil, dass es viele verschiedene Varianten davon gibt und dass es voll gespickt ist mit Fachbegriffen (z. B. "allegoaren"), Standardverwaltungsnormfachsprache wird von kaum jemanden verstanden, geschweige denn gesprochen.
Dann wirst du daran denken, in welcher Sprache du grade schreibst/sprichst, gesprochen hast/ geschrieben hast. Kein Witz: Wir wechseln unsere Gedankensprache andauernd, wenn wir immer andere Sprachen sprechen.
Die Tatsache, dass ich derartige Gedankengänge - die ja auch gar nicht immer im eigentlichen Denkprozess entstehen, sowas wie "Holocaust = Schlecht" muss ich nicht bewusst denken, sowas ist einfach Instinkt - auf Deutsch formuliere, heißt nicht, dass ich ohne Sprache nicht denken kann.
Du denkst nicht nach, wenn dein Instinkt handelt.
Wo wir wieder bei meiner - von Cracker noch nicht beantworteten - Frage wären: Bevor die Menschen das Sprechen lernten, konnten sie also nicht denken?
Doch. In Bildern :D
Allerdings können Babys halt nicht über komplexe Dinge nachdenken. Ob es an den Bildern liegt, oder am Alter …
Wie gesagt, wenn es ein Wort nicht gibt - im Neusprech wäre "Demokratie" so ein Kandidat -, dann denke ich mir halt eins aus. Aber irgendwie sind ja auch die Griechen damals auf den Gedanken gekommen, selber zu entscheiden.
Weil sie in Bildern dachten?!
 

Lord Cracker

Gast
Wo wir wieder bei meiner - von Cracker noch nicht beantworteten - Frage wären: Bevor die Menschen das Sprechen lernten, konnten sie also nicht denken?
Nicht in der Form, die analytisches Denken beschreibt. Du tänzelst ja recht beliebig zwischen den Begriffen hin und her, verwechselst Körperfunktionen mit Denkprozessen, etc. Da müsstest Du vielleicht erst einmal für Dich eine Abgrenzung finden.

Wie sehr die Sprache das Denken beeinflussen kann, können Dir auch familientherapeutische Ansätze wie das Reframing vermitteln. Auch Begriffe wie "Rentnerschwemme", "Döner-Morde", etc. können Dir verdeutlichen, wie Begriffshoheit gleichsam Deutungshoheit und damit auch Denkhoheit darstellt.

Vielleicht liefert Dir dieser Artikel aus dem Spektrum der Wissenschaften auch neue Denkansätze (sic!): http://www.spektrum.de/alias/linguistik/wie-die-sprache-das-denken-formt/1145804

So banal, so selbstverständlich, wie Du es darstellen möchtest, ist die "Henne-Ei"-Frage in Verbindung mit Gedanken und Sprache eben nicht. Die Sapir-Whorf-Hypothese wird derzeit intensiver diskutiert, als man dies bei ihrer Entstehung dachte.

So verhält es sich halt auch mit dem "Neusprech" aus 1984 oder der Kunstsprache, die Alex & Co. (Clockwork Orange) verwenden, um durch neue Begriffe ihre Taten vor sich selbst zu rechtfertigen. Sie haben halt den Alten ein wenig getollschockt. Dagegen kann man doch kaum was sagen - Hauptsache man hat ihn nicht einfach zusammengeschlagen.