Wann dürfen Deutsche töten?

Dieses Thema im Forum "Politik, Gesellschaft & Wirtschaft" wurde erstellt von simpsons3, 07.01.10.

  1. simpsons3

    simpsons3 Gast

    Hallo Grepolianer!

    Dieser Thread ist angeregt durch den Afghanistan-Thread und die gleichnamige Ausgabe des Nachrichtenmagazins "DER SPIEGEL".


    Jetzt möchte ich von der Community wissen:

    Was denkt ihr, wann deutsche Soldaten töten dürfen?

    Nur zur Verteidigung des eigenen Landes, also ist die Bundeswehr eine reine Defensivarmee?
    Oder darf die Bundeswehr auch Präventivschläge gegen andere Länder starten, quasi eine offensive Verteidigungsarmee?
    Darf anderen Ländern der Krieg erklärt werden, um verbündete oder befreundete Länder wie Israel zu verteidigen, also eine Auftragsarmee?
    Oder darf die deutsche Politik sogar soweit gehen wie die US-Army: Anderen Ländern den Krieg aus eigenen Interessen erklären, also eine Angriffsarmee?


    Hierbei geht es nicht um die rechtlichen Rahmenbedingungen, sondern um eure persönliche Einstellung.

    Außerdem möchte ich wissen, was ihr von bestimmten Waffen haltet, die häufig kritisiert werden: Tretminen, Atomwaffen, Langstreckenraketen, Fliegerbomben.


    WICHTIG:
    Wenn ihr über den Tanklaster-Angriff vom 04. September diskutieren wollt, nutzt den Afghanistan-Thread.



     
  2. Bobah

    Bobah

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    :eek::eek::eek: Wann deutsche töten dürfen?!? Nie!!! Niemand darf jemals töten, außer es muss getan werden um der Allgemeinheit einen unmittelbaren Schaden zu ersparen!!!

    Ich bin ehrlich gesagt von dieser Frage schockiert. Das...das erinnert einen so, so heftig an die braunen Jahre, das ist...wirklich...

    Um befreundeten Ländern wie Israel zu helfen? Die ziehen mit dem Religionsgebietsprevielg in ein Land ein, werfen die Bewohner raus und bauen eine Mauer, damit alles und jeder der sich dahinter befindet getötet wird.

    Waffen kommen ausschließlich aus dem Westen (und leider auch Russland), und weil der seine Kapitalisten nicht mehr unter Kontrolle raten gelangen Waffen in den Nahen Osten.

    Tretminen: Nein...Warum? Guck dir doch die alten Gebiete an wo Minen verwendet wurden. Da sterben täglich Menschen!!!
    Atomwaffen: WAS!?! Wer hier Ja ankreuzt hat jeden menschlichen Ansatz verloren und gehört in eine Geschlossene!

    Ansonsten ist zu sagen dass man Waffen nicht brauch. Entweder steigern sich alle Parteien mit dem Vorwand der reinen Verteidigung hoch oder es entsteht ein Gewaltmonopol, und wenn das nicht mehr kontrollierbar wird (z.B. Blackwater) heißt's Gute Nacht.
     
  3. DJ1980

    DJ1980 Gast

    Nun, Bobah´s hirnloses Gelaber lasse ich jetze mal aussen vor!

    Grundsätzlich isses ja nun mal so, und das hat die Geschichte von anbeginn an immer und immer wieder bewiesen, das eine reine Verteidigung NIE zum erwünschten Erfolg führt!
    Ergo bin ich der Meinung, das eine offensive Verteidigung das beste Mittel ist!

    Grundsatz:

    Angriff ist die beste Verteidigung!

    Und es ist ja nun mal wirklich so!

    So und allgemein gültig ist wohl, das JEDER Mensch, ganz gleich, welcher Nation oder sonstwas, immer dann töten darf, wenn Leib, Leben und Gesundheit von ihm oder "Verwandten/Freunden/Verbündeten" in Gefahr ist/sind!
    Und ohne Krieg und Gewalt wird es nun einmal niemals gehen, weil es ganz einfach in den menschlichen Urtrieben drinne steckt! Klingt hart, is aber so!
    Habt ihr bei Ameisen schon mal ne Friedenorganisation gesehen? (schmunzel)

    Zu den Waffen sage ich mal nix, ich denke, es ist egal, ob ich Menschen mit ner Keule oder mit A- Waffen töte....
    Kommt im endeffekt aufs selbe raus, abgesehen von der Anzahl!
     
  4. Tacitus

    Tacitus Gast

    Ich kann mich meinem Vorposter nur anschließen.

    Das "Töten" liegt in der Natur des Menschen, wie das auch bei jedem Geschöpf so ist. Manche leben das mehr aus (Raubtiere) andere schützen sich vor ihnen (irgendwelche giftigen Viecher...was weiß ich^^). Das klingt überholt, hat sich aber in all dr Zeit nicht geändert.

    Manchmal sind Kriege auch nicht zu vermeiden und villeicht gar nicht sooo schlecht. Immerhin eine Art der Artenkontrolle (klingt makaber aber naja..).

    Das mit den Atomwaffen....Ich bin der Meinung, dass Atomwaffen nicht unbedingt eingesetzt werden sollten, denn es macht sehr wohl einen Unterschied, ob nach einem Bombenanschlag "nur" Menschen sterben oder das Gebiet für lange Zeit kontaminiert ist. Allgemein sind Raketen und Schusswaffen ja schon...lasst es mich "feige" Waffen nennen. Aber gut, wir gehen ja mit der Zeit. Doch Atombomben sind schlichtweg nicht human. Es ist richtig, sie zu verbieten. Natürlich stellt sich dann die Frage, ob eine im Krieg befindliche Nation sich im äußersten Falle von so einem Verbot abhängig sieht.

    Nun zur eigentlichen Frage:

    Eine Defensive Haltung ist schlichtweg unökonomisch. Was bringt es denn, zur "Wiederherstellung des Friedens" Männer in ein Kriesengebiet zu schicken, um sie dort "abknallen" zu lassen? Sie dürfen nicht agieren, außer sie werden schon beschossen...Oo Nahezu lächerlich. Läge es Deutschland (ich spreche mal allgemein) daran, irgendwo Polizei zu spielen und aufzuräumen, sollten sie schon zu den gängigen Mitteln greifen. Was natürlich nie geschehen wird, weil man dann wieder als böser Nazi dasteht. Soldaten ihr Leben für Nichts opfern zu lassen, ist nicht in Ordnung.

    Einen Krieg anzuzetteln, ist ebensowenig gut. Ich bin da voll dagegen. Die Amis können es sich leisten, weil sie scheinbar nie auf ihrem eigenen Territorium kämpfen müssen (abgesehen von den Anschlägen natürlich). Deutschland sollte sich solche Freiheiten nicht nehmen. Auch, wenn die gesamtpolitische Lage meines Erachtens (also die Spannungen) durch einen Krieg möglicherweise entspannt würden wären. Villeicht auch mit negativen Konsequenzen auch für Deutschland, aws ja vorher nicht absehbar ist. Geht es einem gut, muss der andere darunter leiden. Das ist schlicht und ergreifend so.

    Mein Fazit: "offensiver Verteidigungskrieg" - ja. außer er wird mit lächerlichen und unrealistischen Begründungen legitimiert. (Was ja auch häufig der Fall ist:rolleyes:

    Dieser lasche Verteidigungskrieg bringt nichts sondern schadet eher.

    Kriegserklärungen sollten wir sein lassen. Auch wenn man den Blick nicht über die nationalsozialistische Vergangenheit schweifen lässt - Nein. Das würde Deutschlands Wirtschaft niederreißen. zu 100 %.
     
  5. Bobah

    Bobah

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    @Tacticus: :DDu bist also nicht weiter entwickelter als ein Tier, ja? Artenkontrolle? Stimmt, immer schön die Schlitzaugen an der kurzen Leine halten, was?

    Was versteht ihr den unter Defensive??? Wenn ein Nazi antritt ist es klar dass ich nicht einfach seine Schläge abfange bis ich nicht mehr kann. Aber wer im Vorraus einen Feind angreift, der ist der Unruhestifter. Ansonsten sollte man sich verteidigen, keine Frage.

    Es ist ebenfalls dass sich Emos ritzen, aber was soll man machen? Wenn sie meinen dass sie's tun müssten...:p

    @DJ1980: Das du den IQ einer Ameise hast ist mir auchschon aufgefallen. Aber an dir sieht man mal wieder: "Krieg kann ihnen und den menschen in ihrer Umgebung erheblichen Schaden zufügen!"
     
  6. Tacitus

    Tacitus Gast

    Gut. Eigentlich lag es mir fern, auf deine primitiven Gedanken einzugehen, aber ich habe das ja schon indirekt in meinem vorigen Post getan. Daher also die Fortsetzung:

    Im Grunde genommen muss ich deine Frage bejahen. Das bist du allerdings auch nicht. Du bist nur ein Querschläger, der allen anderen Tieren das Futter mies redet. Dass du nicht fähig bist, bildiche Vergleiche, die äußerst zutreffend sind, wie der von DJ1980, zeigt mir, dass du auch auf wörtlicher Ebene noch ein Tier bist. Seis drum.

    Gerade du, als sowas von logisch denkendem Superwissenschaftler, solltest der Entstehungsgeschichte des Menschen etwas mehr Bedeutung für die heutige Zeit schenken. Triebe ändern sich nicht. Und auch, wenn der Mensch gelernt hat, das Denken an vorderste Stelle zu setzen, so stoßen diese Triebe duruch. Du kannst einen Schimpansen nicht ins Meer werfen und ihm befehlen, dass er von nun an ein Fisch sein soll...ich hoffe, DAS hast du wenigstens verstanden.

    Schön wärs. Jedoch denke ich, dass das Verhältnis, vor allen Dingen zu China, etwas komplexer ist, als das wir einfach dort einmarschieren könnten. Das habe ich auch gar nicht vorgeschlagen, auch wenn ich das gar nicht so schlecht fände. Ich habe dir nur den möglicherweie Biologischen Grund dafür genannt.

    Kleiner Exkurs (oder doch Anekdote?) am Rande: Ich habe einen Linken an meiner Schule, der dir ähnelt und mir folgendes erklärt hat: Homosexualität ist alleine schon deswegen vollkommen "ok", weil das auch eine Art der Artenerhaltung der Natur ist. Er fuhr fort mit der Begründung (achtung, nichts vom Stuhl fallen) Denn was geschehe, wenn es zu viele Männchen gäbe? Sie würden aggressiv, weil nur wenige Weibchen abbekämen. Dann töten sie sich gegenseitig und letztendlich, in ihrem rasenden Zon, auch die Weibchen. Wen sie aber friedlich die anderen Männchen besteigen, seien sie befriedigt und der Bestand wäre gerettet. Oo XD Tut mir leid, wenn ich das jetzt deiner Rige von Leuten zuordne, aber das habe ich nun mal von da gehört XD

    Ein weiterer Grund für Krieg ist ganz einfach der Überlebensinstinkt, der heutzutage meist mit Rohstoffmangel Streit beginnt. Also, was heißt Mangel...Ölpreise eben. Ich will niemanden beschuldigen, aber es ist ja verständlich.

    Bedingt. Man stelle sich folgende Situation vor (utopisch , jedoch modellhaft vorstellbar): Stamm A hat kein bewirtschaftbares Land mehr, müsste auf seinem Territorium verhungern. Stamm B, der als Alternative Land für Stamm A hätte, hat aber leider nicht genug Land, um beide Stämme durchzufüttern, will aber auch überleben. Also lässt Stamm B Stamm A nicht rein. Was passiert dann? Soll jemand verhungern? Also kloppen die sich sprichwörtlich die Koppe ein, bis ein Stamm sich dann ansiedeln kann. Das ist der Lauf der Natur...komisch, wie bei den Tieren Oo

    Übertragen gilt das auch heute noch. Nicht ganz so krass, aber, wie gesagt, übertragen. Daher ist Krieg unvermeidlich. Wenn die Welt immer überbevölkerter wird und wir an die Ressourcengrenzen kommen (nach Club of Rome), brechen garantiert Kriege aus. Wie sollte es auch anders sein? Damit reguliert die Natur die Bevölkerungszahl auf einen Stand, der wieder lebensfähig ist. Das ist bei Ameisen, wie beim Menschen so. Das Problem von zu arroganten Menschen ist, dass sie das nicht einsehen wollen.

    Was "Emo´s" damit zu tun haben, erschließt sich mir jetzt nicht so ganz, aber wenn du meinst...:rolleyes:


    post scriptum:Man entschuldige doch bitte die orthographischen Mängel, es ist ja schon späte :p
     
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 08.01.10
  7. Xuntal

    Xuntal Gast

    Ein Zitat, wenn's beliebt:

    ,,Wahrhaft siegt, wer nicht kämpft!''

    Sun Tsu​
     
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  8. Schwer umzusetzen.........vor allem da die Einsicht nur bei wenigen da ist. Doch sollte es dazu kommen, sollte man auch kämpfen können!


    ......ohne Worte.


    Was denkst du was Krieg ist? Im Sandkasten spielen oder ein Ausflug?
     
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 08.01.10
  9. Arminius01

    Arminius01 Gast

    Die Frage ist nicht wann Deutsche töten dürfen, sondern wann Soldaten töten dürfen. Darum geht es schlussendlich in diesem Artikel. Meiner Einschätzung nach gehört Krieg zur Zeit noch zur menschlichen Kultur und unserem Habitus. Wir töten und werden getötet. Das ist ein Teil der Entgrenzung des menschlichen Gewaltverhältnisses.
    Bevor ich allerdings abwarte bis der erste feindliche Panzer durch meinen Vorgarten walzt, walze ich doch lieber bei denen durchs Getreide. Angriff ist die beste Form der Verteidigung, das ist eine Realität. Es gibt bei bewaffneten Konflikten nichts Schlimmeres als die Initiative zu verlieren. Wer sie verliert ist sehr schnell selbst verloren.


    Was die Thematik der zu nutzenden Waffen angeht:
    Sobald es wieder einen großen Territorialkonflikt gibt verspreche ich euch allen das auch die von der internationalen Gemeinschaft geächteten Waffen wieder rausgeholt werden. Zum Beispiel Dum-Dum-Geschosse, Flammenwerfer, Streubomben, Landminen, Schützenabwehrminen, Sprengfallen, Phosphorgranaten, Napalm etc.
    Der Grund dafür ist denkbar einfach und derselbe aus dem diese Waffen geächtet sind: sie sind effektiv und verursachen enormes Leid. Sie verwunden und verstümmeln, binden dadurch feindliches Sanitäts- und sonstiges Personal, belasten die gegnerische Versorgung, sind Gift für die feindliche Moral und können flächendeckend eingesetzt werden. Brutal, aber nützlich (aus einem gewissen Blickwinkel).
    Was Langstreckenraketen angeht: Japp, die sind unfair und machen dem der sie abbekommt mit Sicherheit keine Freude. Aber genau darum geht es: Krieg ist unfair und menschenverachten und das ist auch gut so. Wie sagte schon General Robert E. Lee:
    Es ist gut das Krieg so grausam ist, sonst würden wir noch Gefallen daran finden.
     
  10. Katetze

    Katetze Gast

    Ich finde die Frage im Thread schon bedenklich genug. "Wann dürfen Deutsche töten?" - bei solch einer Überschrift enthalte ich mich jeglicher weiterer öffentlicher Meinungsäußerung!
     
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  11. Deshalb ja ohne Worte.

    Und zu dem Zitat von General Robert E. Lee kann ich nur sagen, dass es egal ist ob er grausam ist oder nicht, solange es Menschen gibt die Krieg in Kauf nehmen um Probleme zu lösen, so lange wird es ihn auch geben. Und so lange wird versucht ihn auf verschiedene Weisen zu rechtfertigen.
     
  12. Arminius01

    Arminius01 Gast

    Was deine Ausführungen zu dem Zitat angeht: Da kann ich dir nur zustimmen. Die Begründungen spielen im Endeffekt auch keine Rolle. Der eigentlich Grund ist und bleibt immer derselbe: Mehrung der eigenen Macht und Vergrößerung des Einflussbereichs sowie der Ressourcenkontrolle.
     
  13. @ bobah und DJ1980: Sowohl hier als auch im Afghanistan-Thread bekommt das Wort "Fremdschämen" eine neue Bedeutung, wenn ich eure Beiträge lese. Bei bobah sowohl wegen des Inhalts als auch der Form, bei DJ1980 ist es eher die erschreckende Art, andere zu beleidigen:
    "obwohl es die Patrone nicht wert wäre...". Ich will dich hier einfach mal darauf hinweisen, dass auch das Internet kein rechtsfreier Raum ist. Wenn ihr beide eure Beiträge vor dem Posten auf Logik und Rechts- sowie auch Sittenkonformität überprüfen würdet, wäre mir um einiges wohler. Danke.


    Über das Thema: Klar können wir jetzt über die Natur des Menschen streiten, ob der Mensch ein gewalttätiges und brutales Tier ist und dass deshalb jegliche Art von Pazifismus von vornherein zum Scheitern verurteilt ist, aber das ist nicht das Thema. Selbstverständlich wird es stets Kriege geben, zwar kaum mehr in "klassischer" Form (Land vs. Land), sondern eher so, dass versch. Gruppierungen ihre Interessen durchzusetzen versuchen (siehe Taliban). Mal ehrlich, wer von euch glaubt, dass Deutschland - mitten in Europa gelegen, Mitglied der NATO, der EU, strategischer Partner Amerikas - in mittel- oder auch langfristiger Zeit von einer Armee angegriffen wird? Ich mag mich täuschen, aber für mich ist das eine absurde Vorstellung. Die "Länder" sind in großen Teilen über diese Fortsetzung der Diplomatie mit anderen Mitteln hinweg, dafür sorgen multilaterale Abkommen und die immer noch zunehmende Globalisierung, also die gegenseitige ökonomische Verflechtung und Abhängigkeit. Die Bundeswehr als reine Defensivarmee ist also schön gedacht, aber nicht zweckmäßig weil nutzlos: um zu verteidigen, muss erst mal jemand angreifen. Also weiter im Text. Internationale Krisenherde wie Afghanistan oder naher Osten (Iran, Irak, Israel usw.) - ist hier eine Intervention nötig oder wünschenswert? Man sollte sich im Klaren sein, dass militärische Lösungen manchmal sinnvoll sind und manchmal eben nicht. Die Sowjetunion griff Afghanistan mit über 100.000 Soldaten an, ich bin mir nicht über die aktuelle Truppenstärke der Alliierten im Klaren, aber ich bin mir sicher, zur Zeit sind weniger dort stationiert. Zudem intervenierte die SU (klar, auch aus Machtgier und egoistischen Motiven), um das damalige Regime zu stützen, dass sich gegen die Taliban wehren musste. Das Ende vom Lied ist uns allen bekannt. Während der Herrschaft der Taliban gab es in Afghanistan weder Gleichheit für alle noch wirtschaftliche Sicherheit. Aber wenigstens wurde ein jeder nach der Scharia behandelt, "Rechtssicherheit" war also gegeben, wenn man so will. Was genau hat sich durch das militärische Eingreifen heute geändert? Die wirtschaftliche Lage ist angespannter denn je und Warlords und Stammesführer brauen genüsslich ihr eigenes Süppchen. Gibt das den Menschen Vertrauen in die Demokratie, deren Etablierung ja eines der langfristigen Ziele war? Unsere Leute tun, was sie können, aber ob Afghanistan durch diesen Einsatz sicherer geworden ist, wage ich zu bezweifeln.

    Lenkt mal euren Blick gen Iran. Ohne irgendeinen Schuss aus dem Westen beginnen die Leute dort, gegen die Zustände zu rebellieren. Und mit jedem Tag, an dem die Opposition dort auf die Straße geht, mit jedem Tag, an dem sich die Regierung durch immer weitergehende Repression an der Macht hält, wird klarer, dass keine militärische Operation, so gewaltig sie auch hätte sein mögen, einen gleichen Effekt hätte haben können. Schaut mal zurück zur gewaltlosen Revolution in der DDR. Meint ihr, eine Intervention der Westmächte hätte irgendeinen vergleichbaren Effekt gehabt? Wenn schon alle mit Zitaten um sich werfen, möchte ich auch eines bringen:

    "Nichts auf der Welt ist so mächtig wie eine Idee, deren Zeit gekommen ist"
    - (mir) unbekannter Autor -

    Konfliktherde können in den seltensten Fällen militärisch entschärft werden, wenn keine Bereitschaft bei den Konfliktparteien vorhanden ist, dass dieser Konflikt entschärft werden soll. Nehmt Afrika als Beispiel. Die meisten Probleme dieses Landes lassen sich noch immer auf die Zeit der Kolonisierung zurückführen. Damals wurden willkürlich Länder etabliert, Stammesgebiete auseinandergerissen und ehemals mächtige Volksgruppen fanden sich plötzlich als ethnische Minderheiten wieder, die brutalst unterdrückt wurden. Die Bürgerkriege, von denen der schwarze Kontinent geplagt wird, ziehen ihr hässliches Potential aus diesem damaligen militärischen Einsatz, der gegen den Willen der Einheimischen stattfand. Diese hot spots müssen - so die übereinstimmende Meinung der Kulturforscher - "ausbluten", bis sich eine neue Ordnung eingependelt hat. Denn durch Blauhelmeinsätze werden zwar die Kampfhandlungen und Genozide gestoppt, die Ursache dieser Probleme verschwinden aber nicht, sondern werden weiter unterdrückt - bis das Pulverfass erneut explodiert. Einsätze westlicher Truppen sind meist von einer nahezu blasphemischen Arroganz geprägt. Nur weil wir einen Zustand unglaublicher Sicherheit gepaart mit einem gigantischen Reichtum erreicht haben, besitzen wir nicht das Recht, uns in fremde Angelegenheiten einzumischen. Wisst ihr, wie Europa zu dem geworden ist, was es heute ist? Zwei Jahrtausende von Krieg und Mord haben uns endlich schlau werden lassen, zahllose Glaubenskriege, philosophische Auseinandersetzungen haben uns tolerant werden lassen. Kennt einer von euch einen afghanischen Philosophen? Keinen? Kein Wunder, dieses Land steckt entwicklungstechnisch sowie auch moralisch im Mittelalter fest - nur dass sie Waffen aus dem Westen importieren können und ihr destruktives Potential damit um einiges über dem des Morgensterns liegt.

    Wenn mir einer von euch einen Einsatz nennen kann, bei dem das betreffende Land wirklich "befriedet" worden ist - also in dem sich Demokratie etabliert hat, in dem wirtschaftliche Ausgeglichenheit herrscht und v.a. in dem die alten Konflikte beigelegt worden sind, ok. Dann meinetwegen Präventivkrieg, wenn ihr so wollt. Aber denkt doch zuvor mal an Orte wie

    Vietnam
    Korea
    Sudan
    Kosovo...

    Und denkt darüber nach, ob wir unsere Nase tatsächlich in alles hineinstecken sollen, nur weil noch nicht genug unserer Soldaten postkriegstraumatisiert sind.

    Ich hoffe, alle meine Gedankengänge waren nachvollziehbar, es ist ein Thema, das mir wirklich an die Nieren geht.

    best regards,
    Blizzard Wizzard
     
  14. Hey,

    zuerst: Ich habe weder den Spiegel-Artikel angeschaut, noch habe ich mich mit den bisherigen Beiträgen auseinandergesetzt; ich habe sie bestenfalls überflogen. Hier wird ja schließlich unsere individuelle Meinung verlangt und kein manipulativer Bullshit.

    Also für mich ist eine Armee die absolute Exekutive der Herrschenden. Ich finde es schade, dass wir wegen unserer Vergangenheit noch immer an diesen närrischen Gedanken festhalten, dass kriegs-bezogener Mord falsch sei.

    Die Bundeswehr sollte sich nicht dauernd rechtfertigen müssen, schon gar nicht vor der Öffentlichkeit. Außerdem sollte die Bundeswehr frei entscheiden dürfen, was sie wie & wann macht: Ob Verteidigung, Aufbau, Angriff aus eigenem Interesse oder aus dem Interesse der Verbündeten - es sollte alles legitim und möglich sein. Sogar heimtückische Attacken durch Spezialkräfte im Ausland sind meiner Meinung nach vertretbar.

    Eine Armee ist eben kein Kuschel-Verein und Mord gehört ebenso wie Gewalt zum globalen Alltag; das wird sicher nicht besser werden. Es gilt schließlich, Gefahren von der - ach so tollen - modernen und westlichen Welt abzuwenden. Ich behaupte, dass gerade die vielen Pazifisten ganz schnell ihre Meinung ändern würden, wenn die Chinesen, Iraner oder Russen uns den Krieg erklären, gewinnen und damit unsere Welt völlig auf den Kopf stellen. Menschenrechte werden nämlich nicht von jedem Staat so hoch anerkannt, wie es in den Nachrichten und Bilderbüchern steht.


    Theoretisch auch das, nur steht dahinter die Frage: Hätten wir als EU-Nation einen Vorteil darin, den Zorn der Welt auf uns zu ziehen? Wo wäre für uns der Vorteil? Abgesehen davon natürlich, dass wir den Amerikanern militärisch bei Weitem unterlegen sind.

    Atomwaffen und andere fortschrittlichen Waffen, die absolut tödlich sind, sollten von einer Nation durchaus entwickelt werden. Aber dann auch nur von einer Nation, quasi den Weltherrschern. Natürlich ist das Risiko groß, dass diese sich dann überschätzen oder eben die Weltherrschaft anstreben, aber solange das kontrolliert und friedlich abläuft... ich sehe kein Problem darin, dass wir einige große, zivile Nationen haben, die Atomwaffen besitzen und sich damit gegenseitig kontrollieren. Ich hätte aber auch kein Problem, wenn nur eine Nation solche Waffen besitzen darf - solange diese Nation dem Ideal der friedlichen Welt entspricht natürlich. Das ist in der Realität natürlich nur schwer zu bezwecken (Problemfaktor: Mensch).

    Fliegerbomben oder Tretminen... Gewalt gegen wehrlose Zivilisten darf nicht sein. Punkt.

    Revolution X
     
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 08.01.10
  15. Bobah

    Bobah

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    @Tacticus: Was ist den das für ein schwachsinniger Vergleich??? Wenn ich einen Affen in's Meer schmeiße und ihm befehle dass er nun ein Fisch sein soll kann er das natürlich nicht, das hat aber nichts mit Trieben zu tun!:confused:

    xD Das ist kein Linker sondern ein Vollidiot.

    Die Welt kann bisher noch alle Menschen ernähren und ihnen einen gweissen Lebensstandart bieten, Ressourcen sind genug da. Dass die Bevölkerungszahl drastisch ansteigt ist ein Problem, was aber auch reguliert werden kann.

    Wie oben gesagt: dein Modell würde einen Angriff rechtfertigen, aber es ist bisher nicht realistisch.

    Emos = Selbstmörder die in DE nicht ernst genommen werden = Soldaten

    Ich würde friedlich mit dem Panzerfahrer in meinem Marihuana-Garten leben. Wenn er meint er müsste sich alles unter den Nagel reißen und sich assozial verhlten baue ich eine Mauer, haben wir schon damals so gemacht, und die Chinese haben so die Mongolen in die Grenzschranken gewiesen.

    @Nationale Revolution x: Schon wieder so einer!:mad:
    Es geht nicht darum dass nur deutsche Soldaten nicht mehr töten dürfen, sondern alle. Klar, du, ich und keiner hier hat an dem Geschehen seit der ersten Vereinigung schuld, aber es hat gezeigt wozu Nationalstolz auf Kurz oder Lang führt: Nationalismus mit faschistischen Ansätzen.

    Ein Forscher hat mal gesagt dass, wenn jedes Land Atombomben hat, keines ein anderes angreifen würde, aus Angst. Die Realität sah dann aber anders aus: Hiroshima. Übrigens: Die Besatzung die die Bombe abgeworfen hatte hat sich danach umgebracht, weil sie jede Nacht die Gesichter der abertausenden unschuldiegn Menschen sahen.
     
  16. Tacitus

    Tacitus Gast

    Das sehen die Amis mit dem Öl aber etwas anders...
     
  17. Arminius01

    Arminius01 Gast

    Möp...verkackt.

    Zu diesem Zeitpunkt besaßen nur die USA die Atombombe, also mussten sie nicht mit Vergeltung rechnen und konnten die Bombe schmeißen.

    Was die Besatzung der Enola Gay angeht (also des Bombers der den Angriff auf Hiroshima durchführte):

    Brig.-Gen. Paul Tibbets (Pilot): gest. 1.11.2007 - Altersschwäche (92 Jahre alt)
    Capt. Robert A Lewis (Copilot): gest. 18.06.1983 - Herzinfarkt (65 Jahre alt)
    Col. Robert Ferebee (Bombenschütze): gest. 16.04.2000 - Altersschwäche (81 Jahre alt)
    Maj. Theodor van Kirk (Navigator): lebt noch
    Konteradmiral William S. Parsons (Bombenspezialist): gest. 5.12.1953 - Herzinfarkt (52 Jahre alt)
    Lt. Jacob Beser (Radaroffizier): gest. 16.06.1992 - Schlaganfall (71 Jahre alt)
    Lt. Morris Richard Jeppson (stellv. Bombenschütze): lebt noch

    Der Rest der Besatzung waren die Maschinengewehrschützen zur Fliegerabwehr. Alle im Unteroffiziersrang und nicht einer von ihnen hat Selbstmord begangen.

    Das mag dich schockieren, aber es ist die Wahrheit. Keiner der die Hiroshima-Bombadierung mitgemacht hat hat Selbstmord begangen. Lt. Jacob Beser hat sogar den Angriff auf Nagasaki noch mitgeflogen, weil der ursprünglich hierfür eingeplante Radar- und Strahlenschutzoffizier krank war.

    Nicht immer der bösen Propaganda glauben. Major van Kirk beantwortet übrigens noch Briefe und hatte mit allen ehemaligen Besatzungsmitgliedern bis zu deren Tod Kontakt. Tja....soviel zum Thema "Haben sich alle aus Schuldgefühlen umgebracht...."
     
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 08.01.10
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  18. Socronoss

    Socronoss Gast

    An sich schon absurd, ueberhaupt zu fragen, ob Soldaten toeten duerfen oder nicht?

    Ist das nicht so als wuerde man fragen: Duerfen Piloten fliegen? Duerfen Aerzte heilen? Duerfen Firmen Profit machen?

    Der Job des Soldaten ist eigentlich der Krieg. Dafuer wird er Jahrelang ausgebildet, damit er dann, wenn es soweit ist, bereit ist.

    Das eigentlich schlimme an diesem Thread ist aber leider, dass es garnicht wirklich darum geht, ob Soldaten toeten duerfen. Nein, es geht hier darum ob deutsche Soldaten toeten duerfen... Man hoert ja auch kein Wort in den Medien, wenn im Tadjikistan-Krieg ein Russischer Soldat toetet, oder im Irak-Krieg ein Amerikanischer (dem waere an Stelle des Deutschen Offiziers, der vor Gericht stand, wahrscheinlich insgeheim noch ein Orden verhaengt worden.)

    Diese "Nazifizierung" des modernen Deutschlands durch auslaendische - aber auch inlaendische - Medien hat dazu gefuehrt, dass Deutschland an einem unglaublichen Minderwertigkeitskomplex leidet. Und das Wort unglaublich kann hier mehrfach verwendet werden:

    Unglaublich, dass nach mehr als 70 Jahren ein Deutscher Tourist in den USA als Nazi bezeichnet wird. Nicht weil er in irgendeiner Weise in diese Richtung gehandelt haette, nein, allein weil er Deutscher ist.

    Unglaublich profitabel fuer einige der heftigsten auslaendischen "Nazifizierer", die mit diesem - ich bitte die Zweideutigkeit zu entschuldigen - Totschlag-Argument in direkter oder indirekter Weise Milliardensummen erhalten.

    Und unglaublich, dass dies passiert OBWOHL eigentlich jeder wissen sollte, dass genau jene Oppression durch das Ausland (auch wenn sie nach dem 1. Weltkrieg noch eine gute Ecke haerter war) gerade zur Kriegslust der Deutschen vor dem 2. Weltkrieg gefuehrt hatte (Stichwort Weimarer Vertraege).

    Ich moechte hier nicht falsch verstanden werden: Was damals passiert ist war schrecklich und darf nie wieder passieren. Aber warum soll ich mich fuer ein an sich wirklich erfolgreiches Land schaemen, nur weil vor mehr als 70 Jahren, von Leuten die heute bereits tot oder kurz davor sind, den Verstand verloren haben?

    Man moechte meine Textwand entschuldigen.
     
  19. Socronoss

    Socronoss Gast

    Genau diese Saetze machen mich rasend...

    Es ist eben NICHT so, dass Nationalstolz unbedingt in Faschismus enden muss. Siehe USA, siehe das moderne Russland, siehe das (einigermassen) moderne China. Die meisten Buerger dieser Laender (ok, meine persoenliche Erfahrung begrenzt sich da eher auf eine soziale Oberschicht) ist Stolz auf sein Land.

    Nationalstolz (so wenig es uns die anderen Laender auch gerne glauben lassen) war N I C H T der Ausloeser des 3. Reichs. Vielmehr waren es die schwerste globale Rezession (35% Arbeitslosenquote), die Knebelvertraege als Folge des 1. Weltkriegs (die quasi verhinderten, dass Deutschland jemals aus der Rezession herauskaeme), sowie eine perfekt ausgekluegelte Balance aus Medienblockade und Propagandamaschine waren die Gruende. Wenn einer DIESER Faktoren wieder auftritt, DANN duerfen bei allen die Alarmglocken losschellen. Wuerden sie definitiv bei mir.
     
  20. simpsons3

    simpsons3 Gast

    Ich habe hier ein wenig mitgelesen, und mir kam es so vor, als sei ich wegen dem Titel "Wann dürfen DEUTSCHE töten?" kritisiert worden.

    Ich sage nochmals: Ich habe den SPIEGEL zitiert. Und es geht auch darum, dass Deutschland symbolisieren muss, dass er ein kriegerisch handlungsfähiger, dennoch kein aggressiver Staat ist.
     
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