Deutscher Nationalstolz?

Dieses Thema im Forum "Politik, Gesellschaft & Wirtschaft" wurde erstellt von Megas-Alexandros, 04.05.10.

  1. Ich weiss nicht, ob dieses Thema bereits angesprochen wurde, aber ich wollte es hier und jetzt aufjedenfall mal aufgreiffen. Bald ist WM, und bald wird wieder die Zeit kommen, in der Deutschland die Gruppenphase mit Ach und Krach übersteht :D Und dann bis ins Finale durchmarschiert. All dies wie immer mit den typisch deutschen Tugenden, wie Effektivität, Präzision ;)

    Zuerst einmal bin ich Grieche und Schweizer.

    Meine Frage lautet, ist es angebracht als Deutscher, stolz auf sein Land zu sein? Wie ihr euch denken könnt meine ich dies mit dem Hintergrund der deutschen Vergangenheit. Wie ist das so, wenn Deutschland ins Viertelfinale einzieht, darf dann der Deutsche mit der Flagge auf der Strasse feiern, ohne dass er schief angeguckt wird? Wie war dass denn bei der WM 2006? Da seit ihr schliesslich bis ins Finale vorgerrückt...

    Ich als Schweizer weiss, dass der Deutsche mit der Vergangenheit seines Landes vermutlich tagtäglich konfrontiert wird...Egal wo, man stösst an dieses Thema. Sogar jetzt, wenn ihr ins Grepolis Forum geht, und diesen Post lest, werdet ihr wiedermal damit konfrontiert. Ich weiss auch, dass dies ein empfindliches Thema ist, und es wird sehr ungern darüber gesprochen.
    Die heutige Generation in Deutschland zahlt heute immernoch Wiedergutmachung für einen Krieg, an dem sie nicht beteiligt war.

    Ich habe das Gefühl wenn z.B. ein Franzose oder ein Brite stolz auf sein Land ist und dies auch so unmissverständlich äussert, dann ist das kein Problem...Tut dies ein Deutscher, so guckt man, auch in der Schweiz, doch ziemlich verdutzt. Für mich ist dies völlig unverständlich, aber so sind eben die Leute. Daher kenne ich auch kaum Deutsche die sich stolz zu ihrem Land bekennen..Manchmal habe ich sogar das Gefühl das der Deutsche sein Land leugnen will.

    Wie ist das mit dem deutschen Nationalstolz?
     
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 04.05.10
  2. simpsons3

    simpsons3 Gast

    Darf man als Grieche stolz auf sein Land sein? Darf man als Italiener stolz auf sein Land sein? Darf man als Franzose stolz auf sein Land sein? Darf man als Deutscher stolz auf sein Land sein? Darf man als US-Amerikaner stolz auf sein Land sein? Darf man als Ägypter stolz auf sein Land sein? Darf man als Türke stolz auf sein Land sein? Darf man als Israeli stolz auf sein Land sein? Darf man als Russe stolz auf sein Land sein? Darf man als Iraker stolz auf sein Land sein? Darf man als Afghane stolz auf sein Land sein? Darf man als Inder stolz auf sein Land sein? Darf man als Chinese stolz auf sein Land sein? Darf man als Libyer stolz auf sein Land sein? Darf man als Kongenialer (also ein Typ aus dem Kongo) stolz auf sein Land sein? Darf man als Südafrikaner stolz auf sein Land sein? Darf man als Mongole stolz auf sein Land sein? Darf man als Weißrusse stolz auf sein Land sein? Darf man als Brite stolz auf sein Land sein?

    Darf man als ... stolz auf sein Land sein?

    Die Antwort auf alle Fragen ist auch eine Gegenfrage: Ja, warum nicht?

    Es gibt in der Geschichte kaum ein Land, das nicht schon mindestens einen Krieg angefangen hat oder sonst irgendwie ein Auslöser für einen Krieg oder eine Finanzkrise war. Warum wird immer Deutschland als schlechtes Beispiel herangezogen?

    Die Römer haben ja wohl bedeutend schlimmer gewütet (relativiert gesehen) als Hitler. Auch die Römer haben eine ganze Religion systematisch verfolgt und versucht, auszulöschen. Die Römer haben andere Religionen sogar nur geduldet. Die Römer haben Feldzüge angefangen, die bedeutend weiter gingen als der Zweite Weltkrieg. Der Unterschied: Die Römer haben gewonnen, deswegen sind wir heute teilweise sogar stolz auf unsere "römische" Vergangenheit.

    Die Griechen müssen im Moment mit 110 Milliarden Euro unterstützt werden, sonst geht es dem Euro (milde ausgedrückt) !§#$%&?. Wird die EU das Geld jemals wiedersehen? Ich hab die Milliarden schon abgeschrieben.

    Die Russen haben auch mehrere Millionen Menschen auf dem Gewissen, nach dem Krieg haben auch duzende ostdeutsche Frauen von Vergewaltigungen durch Sowjetsoldaten berichtet.

    Die Amerikaner sind der Auslöser für die meisten Kriege seit 1945. Ist das gut?

    Die Mongolen haben gigantische Plünderungszüge betrieben, sie sind sogar bis zur Großen Mauer in China gekommen. Dabei haben sie auch tausende Menschen brutal erschlagen und hunderte Dörfer gebrandschatzt.

    Die Chinesen haben den Tibet besetzt, stehen am Rande eines Krieges mit Taiwan und scheißen auf die Menschenrechte.

    Weißrussland ist das letzte Land Europas, in dem es noch die Todesstrafe gibt. Sehr gutes Rechtssystem!



    Ich bin sehr traurig, dass man nicht zugeben darf, aus welchem Land man ist. Ich bin auch nicht stolz auf das Nazi-Kapitel, aber wir müssen endlich anfangen, Deutschland als das zu sehen, das es ist: Deutschland ist ein Land, das vor 61 Jahren gegründet wurde, und seit dem relativ demokratisch und weltoffen ist. Und damit meine ich nicht nur die Deutschen sonder vielmehr alle Menschen auf der Welt.

    Warum hieß das WM-Motto 2006 wohl "Die Welt zu Gast bei Freunden"? Es wird damit signalisiert, dass Deutschland auf seine Vergangenheit scheißt und sich ganz offen akzeptiert als sportbegeistert und mit dem Rest der Welt emanzipiert.
     
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 04.05.10
  3. Ja nehmen wir das Beispiel mit den Milliarden, die nun Griechenland zugesprochen werden sollen. Als die ganze Griechenlandkrise ans Tageslicht kam ( Griechenland war schon lange in einer Krise, man hat ja Papiere gefälscht etc, wie später bekannt wurde.), da hat so mancher Grieche Hilfe von Deutschland verlangt? Warum? Ja es gibt eben sehr geistreiche Menschen, die denken, wenn die europäische Zentralbank in Frankfurt ist, dann werden die uns schon ein bisschen Geld borgen können. Deutschland hat am Anfang Finanzhilfe für Griechenland abgelehnt, und schon sind einige, sehr sehr gebildete Menschen auf die Strasse und haben wieder die Nazikeule geschwungen.

    Die Frage ist doch, kann Deutschland auf seine Vergangenheit scheissen, wenn es immernoch Reperationszahlungen leisten muss? Damit meine ich jetzt nicht Griechenland, sondern ich habe letzthin gelesen das Deutschland noch immer für den ersten Weltkrieg zahlt. Diese wird Deutschland am 3.Oktober 2010 abbezahlt haben.

    Nehmen wir mal an, ich will in sonem konservativen Südstaat in den USA meine Deutschlandflagge vor dem Haus hiessen...Es wird kaum lange dauern, da wird dann nicht mehr viel übrig sein von der Flagge und wenns schlecht kommt erwischt es mich auch noch...Und warum? Weil damit viele Menschen weiterhin Nazisymbole verbinden. Würde ich eine Frankreich Fahne hiessen, dann passiert mir auch nichts, vermutlich wissen die meisten nichtmal welches Land damit gemeint ist. Natürlich ist das ein Witz, es ist Irrsinn das jemand an Nazis denkt, wenn er die Deutschlandflagge sieht. Aber so ist das nunmal. Man kann nicht behaupten dass wir seit Kant viel weiter sind mit der Menschheit, von wegen "der Fähigkeit sich seines eigenen Verstandes zu bedienen."

    Der Deutsche hat es einfach verdammt schwer, die Vergangenheit seines Landes zu vergessen, weil sie ihm permanent vor Augen geführt wird.
     
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 04.05.10
  4. Orestikon

    Orestikon Gast

    Krieg, Imperialismus, Rassismus.

    Jeder Nationalstolz ist bescheuert. Pseudoreligionen. Durch nichts zu rechtfertigen, außer durch Ideologie, natürlich.

    Der deutsche Nationalstolz ist nur besonders ekelhaft, weil besonders dumpf und völkisch. Aber die Unterschiede sind tatsächlich nur graduell.

    Richtig so. Verzichte doch einfach auf deinen Nationalstolz und auf die Annahme, die Geschichte des Staates, der dich unterdrückt, wäre auch deine Geschichte. Wenn du aber die Vergangenheit dieses Staates mit dir in Verbindung bringst, dann akzeptier auch, dass du den Holocaust als deine Vergangenheit ansehen musst, ansonsten wirst du inkonsequent. Aber Nationalismus glänzt ja sowieso nicht gerade dadurch, irgendwie begründbar zu sein, inkonsequenz ist da ja eigentlich das kleinste Problem.
     
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 04.05.10
  5. Um mal auf die eigentliche Frage zu antworten: Ja, man kann stolz auf sein Land und alles was dazu gehört sein. Diese Anspielungen auf die Vergangenheit... Wohin führen die uns? Zu was führt das? Deutschland hatte einen durchgeknallten Diktator als Führer, der alle ins Elend gestürzt hat, ja, aber müssen wir uns deshalb schämen deutsch zu sein? Was wäre denn, wenn die Schweiz mal einen üblen Diktator gehabt hätte, oder irgendein beliebiges anderes Land? Müsste das sich dann schämen? Schämen sich die Franzosen, dass sie damals von Napoleon regiert wurden, der für hunderttausende Tote verantwortlich ist, weil er nach Macht strebte? Schämen sich die Russen für Stalin? Nein! Warum sollen wir das also tun? Unsere Vorfahren sind auf einen guten Redner reingefallen. Die Deutschen haben ihre Lektion gelernt, wie sicher auch alle anderen aus unseren Fehlern gelernt haben. Wenn keiner den Fehler macht, wird auch niemand daraus lernen und irgendwann wird er geschehen. Wäre der Fehler nicht Deutschland passiert, dann vielleicht irgendwann den USA.

    Wir Deutschen können stolz auf das sein was wir sind. Menschen, die in einem freien Land leben, vielerlei Tätigkeiten nachgehen und großes geschaffen haben. Wir haben super Mannschaften in vielen Sportarten. Wir haben eine prima Autoindustrie, sind eine der führenden Nationen in Sachen Forschung. Sollen wir darauf nicht stolz sein, nur weil unsere Vorfahren einen Fehler begangen haben?
    Definitiv nein!
     
  6. Warum identifiziert man sich immer wieder mit Deutschland und wundert sich dann, dass man mit der Vergangenheit Deutschlands konfrontiert wird ?
    Wenn man eine Affirmation zur Deutschen Nation entwickelt sollte man damit leben kritisiert zu werden, da diese Affirmation lediglich ein notwendig falsches Bewusstsein darstellt, eben die Ideologie die den Kapitalismus trägt.

    Rom ist vorallem für seine eliminatorische Grundhaltung gegenüber Nicht-Römern bekannt ! :eek: Und dafür, dass es eine reine Volksbewegung war !

    Hitler ging es aber nicht um das Judentum als Religion, sondern um die Auslöschung einer "jüdischen Rasse", also der Menschen an sich. Dass dies natürlich nur ein perverses ideologisches Konstrukt ist, sollte jedem klar sein.

    Was kann weiter gehen als rassistisch motivierte Feldzüge mit Vernichtungswillen und vollständiger Unterwerfung der Individuen gegenüber der Nation ? Man misst sowas doch nicht an territorialer Ausbreitung o_O

    Also sind Rom und Hitler im Grunde ziemlich ähnlich, eigentlich vom Grundgedanken her ja das selbe, nur dass Rom gewonnen hat ?
    Ziemlich perverser, GEFÄHRLICHER Gedanke.

    Wieso sollte es dich Interessieren ob der Deutsche Staat das Geld wieder bekommt ? Ah, Ideologie. =)

    Go Griechenland, GO !!!

    Aber auch nur wenn man diese Menschen in einer Nation zusammenfasst und dann einen Nationalcharakter und eine Nationalschuld entwickelt.
    Wer sich in dieses Kollektiv einreiht hat selbst schuld, aber dass du Menschen willkürlich in diese Kollektive einreihst halte ich für ziemlich dämlich.

    Also im Grunde alles ähnlich wie der NS. Willst du uns das damit sagen ?
    Solltest dir mal Gedanken darüber machen was "Rechte" sind, und wieso sie nicht das sind, was von einer vernunftbasierten Kritik angestrebt werden sollte.

    Eine Sache ist es zu sagen aus welchem Land man ist. Die andere ist es sich mit diesem Land (also jenem Kollektiv, das durch seine Imperative jede Form von vernunftbasiertem wirtschaften verhindert, und die Ausbeutung aufrechterhält)
     
  7. Und was tut man damit ?
    Man identifiziert sich mit einem ideologischen Konstrukt und legt jeden Anspruch auf sachliche, materialistische Kritik ab.

    Zu einer Reflexion über Nationalismus ?

    Der böse Diktator hat das aufrichtige, gute Volk verführt.
    Gesellschaftlicher Antisemitismus hat mit dem NS nichts zu tun !

    Das ist ungerecht, die dürfen auch ihre Nationalhelden haben, wieso wir nicht ! :(

    Lol, was gefordert wird ist doch garnicht das Schämen, das beinhaltet ja schon die Identifikation mit der Nation. Diese wird kritisiert.

    Ein Mod der stolz darauf ist beherrscht zu werden.
    Die Nation ist schon was tolles. Und nein - mit Ideologie hat das nichts zu tun, Deutschland ist einfach was schönes. Die Rechte, Konkurrenz und Gleichheit sind auch nicht etwas, was per Gewalt durchgesetzt wird und die Mitglieder der Nation stellen auch nicht eine Abstraktion von Klassen dar, die dazu führt, dass Herrschaftsnegation gesellschaftlich wegfällt.
    Supi :)
     
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 05.05.10
  8. Man identifiziert sich doch nicht als Deutschland, sondern als ein Bürger in diesem Land und warum sollte man nicht auf das was andere Menschen in diesem Land oder aus diesem Land geleistet haben stolz sein?

    Der Antisemitismus war zu dieser Zeit eben "in Mode". Hitler hat die richtigen Worte gefunden und das gesagt, was die Leute hören wollten. Meinst du, das Volk geht einfach so auf die Juden los und tötet mal eben 3 millionen von ihnen, fängt nebenbei den zweiten Weltkrieg an und bombardiert dutzende Städte?

    ich bitte dich! Ohne eine Führungsperson - und eine Führungsperson war Hitler nun mal leider - die das Volk auf diesen Weg bringt, die dem Volk Dinge verspricht, das sagt, was die Menschen hören möchten, kommt so eine große Bewegung niemals zustande!

    Ja nee, ist klar. Du weisst genauso gut wie ich, dass ich Hitler damit nicht als Nationalhelden darstellen möchte. Es geht einfach nur darum, dass andere Nationen auch ihre Diktatoren und Tyrannen hatten. haben die Menschen heute noch Pipi wegen Napoleon im Auge? Nee, sicher nicht... Warum dann aber wegen Hitler? Was macht Napoleon besser und vor allem, wer oder was wagt es, uns die Schuld für etwas zu geben, was viele Generationen zurückliegt? Wer oder was zieht unsere Generationen zur Verantwortung dafür, was vor mehr als einem halben Jahrhundert geschah? Das wäre als würde ich nach Frankreich gehen und fordern, dass man mich gut behandelt, weil Nepoleon in seiner ersten "Amtszeit" die Preußen besiegt hat. Das ist doch totaler Bullshit!

    Da bist du wohl im falschen Thema gelandet. Ich empfehle dir den Demokratie-Thread, der wäre für solche Diskussionen wohl geeigneter. Aber um mal kurz auf deine Aussage einzugehen: Ja, ich bin stolz darauf, dass ich in einer Nation lebe, die von Leuten geführt wird. Wo kämen wir ohne Führungskräfte und Richtlinen oder Leute die sich um deren Einhaltung kümmern hin?
     
  9. Wenn man stolz ist auf Deutschland, identifiziert man sich mit der Deutschen Nation. Was ist so schwer daran zu verstehen ?
    Die Deutsche Nation ist auch eine Abstraktion von Klassen, somit Ideologisches Element, was die Klassengesellschaft aufrecht erhält.

    Nun verlangt keiner von dir Kommunist zu sein, aber die sachliche und materialistische Kritik am Kapitalismus müsstest du doch erkennen, wenn sie mal geäußert ist. Als doof schätze ich dich jedenfalls nicht ein (du darfst mich natürlich eines besseren belehren, falls das nicht stimmt).
    Wenn man diese Kritik erkennt sollte man Nationalismus als etwas sehen was (nein, nicht gleich Nationalstolz, sondern lediglich die Identifikation mit der Nation an sich) sachliche Kritik verhindert, weil es dazu führt, dass ein falsches Bewusstsein entsteht, was den Kapitalismus verklärt.

    Was für eine präzise Analyse. Besser hätte ich es nicht sagen können.
    Heute Antisemitismus, morgen ein wenig Sklaverei - Modeerscheinungen halt.
    Ich hoffe du erkennst warum der Ausdruck sehr schwammig ist und die Gründe des Antisemitismus kaum beschreibt. Und nein, diese beschränken sich nicht auf den Versailler Vertrag, die Wirtschaftskrise und den Bolschewismus, da muss man historisch Jahrhunderte zurückgehen und sich fragen, WIE das Bild vom "Geldjuden" entstand, und wann der religiöse Antijudaismus zu einem Antisemitismus mit rassistischem Charakter wurde.

    Pass bitte auf deine Wortwahl auf.

    Haha, also doch nicht böser Hitler, gutes Volk ?

    Das hab ich nie behauptet. Das Volk ist aber eben nicht das eigentlich gute, dann aber zum bösen verführte Element im Nationalsozialismus.
    Die Potenz zu einer solchen Tat trug es schon länger.

    Jop, Hitler repräsentierte eben die deutsche Nationalmoral. Dieser war aber "ersetzbar", im Gegensatz zum Volk. Hitler brauchte das Volk, das Volk brauchte Hitler. Und die Tatsache, dass es dennoch Widerstand gab, lässt ja darauf schließen, dass es doch möglich war trotz Propagandamaschinerie eigenständig, kritisch über Antisemitismus und Faschismus zu reflektieren.

    Du findest es ungerecht, dass andere Nationen einen Stalin haben dürfen und wir keinen Hitler. Dabei verstehst du den Kern meiner Aussage doch garnicht.
    Ich kritisiere nicht, dass du stolz auf Deutschland bist, weil es Hitler gab.
    Sondern weil Nationalistische Ideologie die sachliche Kritik an der Gesellschaft verhindert. Ob konstruktiv oder nicht, spielt hier erstmal keine Rolle.

    Wieso muss das alles in Relation gestellt werden.
    "Andere Nationen haben auch ihre Tyrannen gehabt, also ist Hitler nichts speziell Deutsches, sondern kommt in der Geschichte halt mal vor."
    Damit verhinderst du recht erfolgreich Kritik am NS, verfehlst aber dennoch die Kernaussage. Nationalismus ist nicht erst wegen Hitler schlecht.
    Das NS Beispiel soll es nur jedem Idioten aufzeigen, und zum anderen dient es der Aufarbeitung der ideologischen Hintergründe von damals.

    Nun, Napoleon hat nicht 6 Millionen Juden industriell vernichten lassen ?
    Aber das nur am Rande, im Grunde ist Gewalt ja Gewalt, und ob jetzt Soldaten "für ihr Land" sterben oder Juden in KZ's Vernichtet werden ist im Grunde egal.

    Simpel. Andere Nationalisten tun dies. Wer sich aber mit der Deutschen Nation identifiziert sollte damit leben können. Wer es nicht tut, hat nichts zu befürchten =)

    Jop. Und nun ? Ich bitte dich nicht dich erst mit Deutschland zu identifizieren und dann ganz laut wegen des NS zu weinen. Unterlasse das erste, dann wird das zweite auch nicht Notwendig.

    Also eben stolz beherrscht zu werden =). Guck ma was für tolle Herrscher wir haben, und welch Freiheiten sie uns geben.

    Das kommt wirklich eher in den Demokratie Thread.
     
  10. Genau alle sind neidisch auf uns.
    Wo soll ich stolz drauf sein?
    Das die BRD nach der Wende tausende von Waffen der Türkei geschenkt hat,damit diese ihren Massenmord an den Kurden fortführen kann?
    Obwohl von der damaligen Türkischenregirung ein "versprechen" gab die Waffen nicht in Kurdischengebieten einzusetzen?
    Auch wenn man wieder Antisemitismus vorwerfen sollte bin ich nicht damit einverstande was der Isrealischestaat,nicht die Juden,mit den Palstinänser treibt.
    Ein kleiner Massenmord,Ansonsten geht dir noch gut?
     
  11. Karl.

    Karl. Gast

    Klar darf man. Das kann einem niemand verbieten. Es ist auch keine moralische Frage.
    Die Frage lautet aber ganz anders: ist es richtig, auf "sein Land" stolz zu sein?
    Der Frage muss natürlich eine Analyse des bürgerlichen Staats voraus gehen und wer dies getan hat und nicht entweder dumm oder Kapitalist ist, ist .... hm, mir fällt nix ein, dumm hab ich ja schon geschrieben oO

    Sachen, die dagegen sprechen wären zum Beispiel Imperialismus, Rassismus, Antisemitismus, lange Arbeitszeiten - alles was zum Kapitalismus dazugehört halt.

    Liegt vermutlich an der industriellen Vernichtung von 6 Millionen Juden.
    Übrigens ist es sehr lustig, wie alle und zwar fast ausnahmslos alle immer die beleidigten spielen, weil sie nicht stolz auf "ihr Land" sein dürfen. Tjo, wenn sich alle so beschweren frage ich mich, wer es diesen armen Nationalisten bitte verbietet?
    Das ist doch nur mal wieder das (in Deutschland nicht unübliche) Bedürfnis, Opfer spielen zu dürfen. Unser Staat haut Ausländer raus und wir sind stolz drauf, obwohl der das noch viel besser könnte - hey, wir sind die Opfer, wieso darf man da bitte nicht stolz drauf sein!?!ßß11 :<

    Du sagst es ja: RELATIVIERT gesehen. Wie kann man nur so doof sein, die Falschheit seiner Aussage schon im vornherein anzukündigen? Oo

    Du widersprichst dir hier.
    Aber zum ersten: die Römer wollten die RELIGION vernichten und zwar, weil der absolute Anspruch des Monotheismus einen ideellen Angriff auf die römische Religion darstellte. Das ist mit einem paranoiden Weltverschwörungsgedanken, der auf eine herbeigeglaubtes Volk projiziert ist aber mal überhaupt nicht zu vergleichen.
    Zum zweiten: Und? Duldung ist doch mehr, was jeder Religion zusteht. Religion verdient Kritik und sonst nichts.

    Ah, ne, schon klar. Dass du hier erstens zwei unterschiedliche Gesellschaftsformationen vergleichst und zweitens so tust, als wären die römischen Kriege wichtiger als der 2. WK hat irgendwie schon was von Tragikomik.
    Du vielleicht - wir ganz sicher nicht.

    Oh man .... soll ich diesen imperialistischen Nationalrülpser nach mehr ideeller Größe der Nation in der Konkurrenz der Nationalstaaten wirklich kommentieren? :(

    Komisch, alle tun es und die meisten sagen, man darfs nicht. Opfer sein, Opfer Opfer Opfer fein! \o
    Ich frag mich nur, ob du dir den Scheißdreck selber glaubst.

    Weil man dann das schon tut:
    Obwohl man sich freilich nicht als sondern mit Deutschland identifiziert, man identifiziert sichals deutsches Volk, was übersetzt wieder Nation bedeutet.

    *hust* es waren 6 Millionen o_O
    omg du bist hier Mod und darfst so eine Geschichtsverfälschende, auf Verharmlosung der Shoah abzielende !§#$%&? posten? Früher sind die Chefs von InnoGames noch gegen solche Mundpüpse vorgegangen ....

    Ist ne Aussage. Gibts die auch begründet?


    Zum Beispiel, dass er gegen die reaktionären Feudalherrschaften zu Kriege zog (die übrigens das revolutionäre, bürgerliche Frankreich angegriffen haben, nicht umgekehrt. Nur um deiner Geschichtsverdreherei wieder mal den Hahn abzudrehen), und natürlich, dass er keine Menschen industriell und selbstzweckhaft vernichten ließ.
    Also eigentlich nur Kleinigkeiten o_O

    Es geht doch gar nicht um Schuld. Es geht darum, dass man die Welt so einrichtet, dass Auschwitz sich nicht wiederhole. Das zieht Kritik an Staat und Kapital nach sich, was wiederrum Ideologiekritik zur Folge hat.
    Es geht darum, euch klar zu machen, wieso es unklug ist, sich mit seiner Nation zu identifizieren. Es geht nicht um eine Anklage oder dergleichen.

    Auch du musst das nicht extra ankündigen, ich denk mal, das weiß man spätestens, nach dem man deine Postings liest. Für die Warnung bedanke ich mich allerdings, so muss man den Müll nicht lesen. Braune Farbe hätte aber besser gepasst.




    @Kaleva: mich wundert überhaupt nicht, dass du die LINKE wählst. Im Gegenteil, genau so hatte ich dich eingeschätzt: als jemanden, der den Bourgois für den Citoyen aufgibt, jemand der sich gut und gerne in Nationalmoral übt.
     
  12. Captaincoma Olé

    @ Captaincoma
    Kann es ein, das du eben das Thema verfehlt hast?

    Das die deutsche Regierung Waffen verschenkt, kann man ihr vorwerfen.

    Das die türkische Regierung diese haben will und und annimmt wohl nicht, wir haben sie nicht dazu gezwungen. Und wenn die türkische Regierung diese Waffen einsetzt, kann man ihr noch weniger vorwerfen. Und dafür, das die türkische Regierung ihre Versprechen bricht, ist die deutsche Regierung schonmal gar nicht verantwortlich. Für die seltsame türkische Kurdenpolitik noch viel weniger.

    Und überhaupt, was hat die derzeitige Regierung mit deutschem Nationalstolz zu tun? Es mag viele Gründe geben, auf Deutschland stolz zu sein, wenn man das will, aber die Begründung: "Die Regierung Merkel ist ja so toll" habe ich nun wirklich noch nie gehört.

    Also zurück zum Thema bitte...
     
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 05.05.10
  13. SEHR aufschlußreich. Richtig Karl, schwarzbraun ist die Haselnuß.........

    Kleiner Hinweis: Ich BIN ausgewandert. Vor allem, weil mir Typen wie DU (Blackoracle) derartig auf die Eier gehen, daß ICH gleich kotzen muß, wenn ich mit ihnen zu tun bekomme.
     
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 05.05.10
  14. Kuldigar

    Kuldigar Gast

    Erstens:
    Wo genau hat dieses "Verschenken" bitte stattgefunden? Handelt es sich womöglich um Maßnahmen im Rahmen der NATO-Rüstungshilfe? Wenn ja, so sollten entsprechende Gegenleistungen nicht unerwähnt bleiben.

    Zweitens:
    Die vorgebliche Identifikation mit den Kurden nehme ich dem Autor offengestanden nicht ab. Mir scheint sich da eher eine rechte Gesinnung mit anti-türkischer Komponente zu zeigen.

    Ansonsten hat Karl. schon das Wesentliche gesagt...

     
  15. Oh hilfe,jetzt bin ich nicht nur antisemit sondern auch noch "türkenhasser,darf man eigentlich keinen staat kritisieren ohne gleich in die rechteecke gedrängt zuwerden?

     
  16. Kuldigar

    Kuldigar Gast

    Möglich, dass du beides bist. Ich kenne dich nicht. Ich schreibe nur, wie die Beiträge auf mich wirken.

    Hinsichtlich des Zitats wäre eine Quellenangabe hilfreich. Danach nehme ich gerne Stellung.
     
  17. @ Captaincoma

    [Ironie]
    Nein, darfst du nicht, du stehst in diesem Faden vor Gericht.
    [/Ironie]

    Schau dir doch mal an, wessen Gesinnung die anderen hier sind, ich kann gar nicht glauben, das du das gefragt hast...
     
  18. Verdammt wieso kann man in diesem Forum nicht schreiben was man will, ohne gleich eine Reaktion zu bekommen ?

    Für weniger Reaktionen auf weniger Posts !!111
     
  19. ich bin weder braun sonst mag ich nazis ich bin ein freidenker doch wann hört endlich dieses rumgejammer auf z.b. das deutschland waffen an die türkei verkauft ist gut und schön macht das aber nicht amerika in einem viel grösserem style af der ganzen welt??????????


    waffen hin oder waffen her ich wollte nur aufmerksam machen das unsere generation der 2te weltkrieg am hintern vorbei gehen sollte und wir nach vorne als nach hinten gucken sollten*



    guck euch mal in der welt um in polen russland amyland oder etwa der türkei rennen wesentlich mehr nationalsotialisten als wie in deutschland rum im amyland etwa kann man so ein dreck wie die hakenkreuzfahne in geschäften sogar kaufen*

    gruss und kuss Blackoracle


    P.S.: nicht jeder der/die sein vaterland liebt hier geboren ist und/oder für deutschland einsteht ist automatisch ein nazi ....abeer man stellt es ganz gerne so dahin weil man irgentwoher ja nen feind hernehmen muss......schonal was patriotismus gehört*
     
  20. Orestikon

    Orestikon Gast

    Na und? In Äthiopien verhungern kleine Kinder. Lasst uns auch hier kleine Kinder verhungen lassen!

    Als wären andere Staaten ein Maßstab. Relativierung eben: Die anderen sind genauso schlimm! Ja, aber das macht euch nicht gut.

    Patriotismus? Also die tatsächliche Form des Nationalismus? Nationalismus ist ja an sich erstmal nur die Aussage, dass es ein Volk gibt und dass Volk und Staat identisch sein sollen, dann noch solche Sachen wie "Selbstbestimmungsrecht der Völker" und so weiter. Da steckt für sich noch kein Chauvinismus drin. Man kann auch staatenlos und Nationalist sein. Aber Patrioten stellen ihr Land bewußt über andere Länder, sie heben es positiv heraus, und ebnen dem Nationalchauvinismus damit den Weg.

    Edit: Ach ja, auch wenn Nationalismus in seinem historischen Kontext noch keinen Chauvinismus beinhaltet, Chauvinismus ist eine Folge von Nationalismus: Ohne Unterscheidung der Menschen in Nationen, kann man auch keine Nation besonders hassenswert finden. Ist an sich logisch, aber ich wollte es nochmal klarstellen, bevor irgendwer denkt, man könnte gleichzeitig Nationalist und kein Idiot sein.
     
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 05.05.10

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